Gedankenchaos, Kuddelmuddel

Bürokram

Wer macht das schon gerne? 

Schon wieder eine Frage, diese aber außer der Reihe! Es gibt sicherlich Menschen, die gerne Bürokram machen – mit viel Freude und Akribie  – ich gehöre nicht dazu. Mir machen zu beantwortende Briefe, besonders von Behörden und Institutionen, regelrecht Angst. Ich stehe davor, wie der Ochs vorm Berg, sehe den Gipfel und nicht den Weg und stecke den Kopf in den Sand. Paradox ist allerdings, dass ich von vornherein weiß, dass ich das schaffe und dennoch nicht anfange. Heute ist wieder so ein Tag! Seit Stunden schleiche ich um die Beantwortung der Briefe herum. Mir fehlt da die eine richtige Formulierung und dort die andere. Mir fehlt manchmal auch schlichtweg das nötige Wissen. Kann man sich aneignen, weiß ich – aber da ist meine Bequemlichkeit und in mein Hirn passt so manche umständliche Ausdrucksweise von Institutionen nicht hinein. 

Warum ist leichte Sprache nicht überall Usus? Warum muss so vieles verklausuliert werden? Damit es schwer verständlich ist und ich z. B. aufstecke? 

Ich schaffe das! Bislang habe ich es immer geschafft – warum mache ich mir eigentlich immer so viel Stress?

 

Behinderung, Gedankenchaos, Junioren, Kuddelmuddel

immer wieder

Diese blöde Angst, dieses blöde keine Helfer haben, dieses blöde in der Luft hängen und dieses blöde mit den Problemen und -chen alleine zu sein!

Heute hat, aus sehr trifftigen Gründen, eine wunderbare Helferin absagen müssen. Mein volles Verständnis ist ihr sicher und dennoch verunsichert mich das sehr. Das kommende Wochenende sind wir auch alleine. Dabei ist Geld vorhanden, die ehrenamtlichen Helfer entschädigen zu können. Nur, es gibt halt niemanden! Ich mag jetzt nicht hören, dass ich alles gut mache – ich mache es nicht gut, wenn wir zweieinhalb Tage aufeinanderhocken und wir nicht raus können. Es stresst mich, es würde jeden stressen. Das tut es auch, denn ich bin/wir sind in ‚Behindertenkreisen‘ keine Ausnahme. Es geht vielen Angehörigen so. Eine Mutter, die ebenfalls 2 behinderte Kinder zusammen mit ihrem Mann zu betreuen hat, hat ein noch schlechteres Gewissen, als ich. Sie geht auf dem Zahnfleisch und denkt, dass sie ihre Kinder abschiebt, wenn diese für ein paar Tage in die Kurzzeitpflege gehen. Eine andere Mutter sucht händeringend stundenweise eine Betreuung für ihren Sohn, der ab und zu beatmet werden muss. Sie findet niemanden auf Dauer. Genau das ist es, das zermürbt. Nicht nur manchmal brauchen wir – da schließe ich andere Angehörige mit ein – Helferinnen und Assistenzkräfte. Nein, wir bräuchten diese regelmäßig und verlässlich. Dann wären meine Ängste weniger und ich hätte auch nicht das Gefühl, Gelder in Anspruch zu nehmen, die mir nicht zustehen. 

Gefühle sind Gefühle und garantiert nicht rational nachzuvollziehen.

Ich hoffe ja immer noch, dass es Menschen gibt, die Zeit mit uns verbringen möchten und denen es Spaß macht regelmäßig zu kommen. Mit uns spazieren gehen (momentan sind zwei der sporadisch kommenden Damen relativ fußlahm oder ziemlich unflexibel), mit uns ins Kino gehen, oder schwimmen. Die Junioren möchten gerne mal wieder auf ein Konzert!

Blödes Angstkarussell, blödes!

Kuddelmuddel

Messer

Nein, das ist kein Amokläufer, auch wenn er so aussieht. Aber sein Messer darf er dennoch nicht mit sich herumtragen – viel zu lang.

Ich trage auch ein Messer immer bei mir. Nicht zur Verteidigung, sondern um Essbares für die Junioren klein zu schneiden. Darf ich das in Zukunft nicht mehr? Es ist weder ein Springmesser, noch hat es eine Klingenlänge von mehr als sechs Zentimeter…

Nachtrag am Abend: Hab grad eben mein aktuelles Handtaschenmesser geknipst. Sieht gefährlicher aus, als es ist. Schneidet aber auch Papier!