Alltag, Behinderung, Junioren

Schlachtfeld

Wir haben gemeinsam gekocht: Spinat mit Kartoffelstampf! Bisschen Mangold hatte ich auch noch. Der Spinat war vorgewaschen, die Junioren haben ihn kleingezupft und gesagt: „Das essen wir nie auf!“ – Am Schluss war er ratzfatz weg. Für den Kartoffelstampf durften sie die Kartoffeln kleinschneiden und hatten Heidenrespekt vor den scharfen Messern. Aber besser scharfe Messer, die machen glatte Schnittkanten, als stumpfe Messer, die Risskanten verursachen. Es gab keine Verletzung, nur Fitzelkartoffeln und ziemlich schnell keine Lust mehr. 

Zum Essen waren beide wieder da!

Die Küche sieht grün und gelb aus. Mit Spritzern Sahne und Schmand. Lecker war‘s – und aufräumen tu ich nachher …

Behinderung, Gedankenchaos, Junioren

so schnell geht das

Eigentlich ist es schön. Urlaub planen für die Junioren. Ich mache noch nicht einmal den Katalog auf. Ich weiß nicht, was ich anmelden soll. In mir steigt Panik hoch. Es kann niemand verstehen. Wenn ich mich nicht bald mit den Junioren beratschlage und entscheide, sind die schönsten Reisen ausgebucht. 

Nein, ihr könnt das nicht nachvollziehen. Ich muss eine Entscheidung treffen. Über die Köpfe der Junioren hinweg, denn manche Reisen sind einfach nicht für rollstuhlfahrende Junioren geeignet. Ich habe Angst – und das ist nicht einfach so daher gesagt – etwas falsch zu machen. Deswegen prokrastiniere ich und das macht es einfach nicht leichter, eher schlimmer, weil nämlich die Zeit rennt.

Heute ist mir scheißelend zumute. Der Kerle und das Töchting ahnen nichts und sind zufrieden. 

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ein Bild als Nachtrag: So fühlt sich das an!

    … an anderen Tagen fühlen wir uns vollkommen überfahren.
Familie, Gedankenchaos, Junioren

satt, sauber, aber lange nicht still

Die Junioren sind abgefüttert. Pizza, Milchreis und Nachtisch und jetzt gibt’s im Magen immer noch ein kleines Eckchen für Schokolade und Marzipan. 

Was sind wir reich beschenkt worden in den letzten zwei Monaten. Wir haben Freunde gefunden – in diesem Jahr mehr als in den zwanzig Jahren vorher. Ich habe mich bewegt, ich habe mich getraut, ich habe mir etwas zugetraut und was das Wichtigste war: Ich habe mich von Menschen getrennt, die mir/uns nicht gutgetan haben. Nur so war ich offen genug, mich auf fremde neue Menschen einzulassen. 

Heute, bei schönstem Sonnenschein, waren wir spazieren – mit Menschen, die wir erst richtig kennenlernen müssen und von denen wir denken, dass sie eine Zeitlang wunderbare Wegbegleiter sein können. Carsten und Wiebke waren durchgefroren, aber total glücklich und hatten rechtschaffen Hunger …

Der Kerle guckt Handball, das Töchting spielt mit einem nervigen Weihnachtsgeschenk und strahlt mit dem blöden nachplappernden Hamster um die Wette.