Allgemein, Gedankenchaos, Gedicht

Träume

Schief geträumt, verworren und sehr krudes Zeug. 
Gespenster der Nacht, da sind sie erwacht, wollen nicht schlafen. 
Am Morgen machen sich Sorgen auf dem Weg in den Tag – sie holen mich ein, die Träume der Nacht. 
Die Gestalten verblassen mit den Kaffee im Bauch. 
Es erwachen die Kräfte, der Mut und die Liebe. 
Aber Obacht: Angst verschwindet nicht ganz, ich nehm sie an die Hand, führe sie durch den Tag und sag ihr am Abend: Gute Nacht!

Es sind verdichtete Gedanken an einem Regenmorgen, nach einer Nacht mit Diskussionen übers Schlafen, wach sein und Sorgen. Wieder niemand da zum reden, helfen und austauschen. 

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Immer gleich, immer gleich anders, immer neu!

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Trockenes Wetter wünsche ich allen. Hier ist Unwetterlage. Vor unserer Haustreppe fließt ein Rinnsal. Die Feuerwehr ist schon raus – pumpen.

19:37 Uhr – Man mag es kaum glauben, schon eine Stunde kein Regen. Die Gedanken schießen nicht mehr von einer Ecke zur anderen und meine rechte Schulter hat sich beruhigt, es zwickt jetzt im am (nicht im) linken Fuß.

Alltag, Behinderung, Gedankenchaos

wieder einmal

Die Pflege der behinderten Junioren kann mit vielen Ängsten auf unterschiedlichen Ebenen einhergehen. Rationale Ängste. Das ist was anderes, als eine Angststörung. Etwa so, dass der Kerle während einer Brechphase an dem Erbrochenen erstickt. Die Angst ist berechtigt.

Meine Angststörung bedient andere Ängste. Irrationale Ängste. Menschenmengen, soziale Interaktionen, Entscheidungs-, Zukunftsängste – um ein paar Klassiker zu nennen.

Ich habe mir meine Umgebung so gestaltet, dass ich meistens klar komme. Einige Mitmenschen wissen, was mir schwerfällt. Ich habe das nach und nach erzählt. Habe erklärt, dass ich im Autismus-Spektrum bin und das ein Teil davon meine Angststörung ist. Mir fällt diese Offenheit nicht leicht – gibt mir aber ein bisschen Sicherheit und hilft mir in Krisensituationen. Wenn ich wie gelähmt bin, dann bin ich nicht handlungsfähig und kann nicht richtig reden, dann habe ich körperliche Symptome – weiche Knie und massive Bauchschmerzen.

Weil ich gut eine Fassade aufbauen kann, merken Menschen in der Regel nicht, dass mich Situationen stressen. Ich erkläre ihnen detailreich, was die Angst mit mir macht. Dann verstehen sie das meistens. Versuchen es zu verstehen. Wenn ich bewusst in die Angst gehe, fällt es mir leichter damit klarzukommen.

Andererseits funktioniere ich, ich liefere ab. Schaffe viel!

Ich bin immer wieder in Therapie. Ohne sie würde ich weder leben noch pflegen. Meine Angststörung ist eskaliert, als ich selbst schwer krank wurde. Ich habe meine Endlichkeit gespürt. Dieser Druck zerbricht mich. Aber die Pflege meiner Junioren – nein, nicht die körperliche Pflege – die freie Zeit, das Drumherum will und kann ich nicht mehr alleine schaffen.

Ein Paradoxon. Und so einfach nicht zu ändern. Sehr komplex.