Alltag, Behinderung, Gedankenchaos

von pflegenden Angehörigen

Pflegende Angehörige sind auch keine anderen Menschen. Sie sind genauso unnormal, wie alle anderen auch! Es ist also nicht möglich, sie zu klassifizieren. Genauso wenig, wie man die Behinderten in ein Kategorie stecken kann. 

Warum ich das schreibe? Weil viele Menschen, die in irgendeiner Form helfen, – da meine ich jetzt niemand bestimmtes – von den Pflegenden und zu pflegenden Menschen Dankbarkeit einfordern. Ich habe ganz bewusst dieses Wort gewählt, denn oft schon habe ich erlebt, dass Helfer:innen mir signalisiert haben, dass ich doch jetzt auch bitte schön mal Danke sagen könnte! 

Alltag, Behinderung, Kuddelmuddel

Warum?

Das dritte warum – merkwürdig, warum gibt es auf solche Fragen keine Antworten? Warum ist es so, dass man nach einer schönen Zeit eher in ein Loch fällt? Warum wollen manche Menschen gar nicht wissen, was wir erlebt haben und reden stattdessen ununterbrochen von sich und ihrem wundervollen anspruchslosen Besuch, der so herrlich unkompliziert ist, aber immer genau passend zu den Mahlzeiten erscheint und kaum ist gegessen, einen langen Spaziergang machen möchte und daher keine Zeit zum helfen hat.

Als mein Kerle von der aufregenden Bahnfahrt mit Hindernissen erzählen will: „Jetzt spielen wir MenschÄrgereDichNicht!“ Nur um gleich wieder in den höchsten Tönen von ihren Großnichten zu schwärmen!

Warum lasse ich das zu? Warum gebe ich immer so schnell klein bei? Warum behaupte ich mich nicht und verteidige die Rede meiner Kinder nicht? Der eine Grund, das zu schlucken ist, dass ich auf diese Frau angewiesen bin. Zudem ist sie treu, sie kommt immer wieder – auch deswegen, weil sie ansonsten niemanden hat, den sie als Fußabtreter nehmen kann! Warum lasse ich das mit mir machen? Gut gehts mir damit nicht!