Gedicht

Worte

Allein: du mit den Worten
und das ist wirklich allein,
Clairons und Ehrenpforten
sind nicht in diesem Sein.

Du siehst ihnen in die Seele
nach Vor- und Urgesicht,
Jahre um Jahre – quäle
dich ab, du findest nicht.

Und drüben brennen die Leuchten
in sanftem Menschenhort,
von Lippen, rosigen, feuchten
perlt unbedenklich das Wort.

Nur deine Jahre vergilben
in einem anderen Sinn,
bis in die Träume: Silben –
doch schweigend gehst du hin.

Gottfried Benn

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nachdenkliche Sonntagsgrüße – leicht schwindlige. 

Allgemein, Gedicht

Kopfkino

Wo bin ich hier nur gelandet
Wie sieht die Welt hier aus
Wer weiß das schon
Häuser tragen Fensterläden
Meist hellgrau, leicht streifig
Wann scheint es dunkel
In Fenster und Türen
Ein Licht
Was passiert
Nichts
Allein der Tag geht in den Ruhestand
Irgendwo hinter den Augen
Rattert das Kopfkino

© petra ulbrich

Gedicht, Junioren

einmal mehr

Regenrinne

Es geht ums Ganze
einmal mehr
sind die Wolken
voller Tränen

An den Fenstern
lachen sie
einmal mehr
in schillernden Farben

Im Spektrum der Zeit
ist alles drin und
einmal mehr
liegt alles im Regen

Lebenskraft
einmal mehr
– immer wieder

© petra ulbrich

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Angeregt hat mich mal wieder, mein ewig quasselnder Sohn, der immer wieder davon redet was er einmal mehr machen will. Als ich ihn fragte, was einmal mehr denn bedeutet, sagte er: „Das weiß ich doch nicht! Musst du selber wissen!“