Kuddelmuddel

Novembersamstag

Eigentlich wären wir jetzt unterwegs. Eigentlich in Bayern bei wundervollen Menschen. Die große Tasche ist gepackt und steht im Eingang im Weg. Die kleine Hanna, die an Großmuttis Todestag geboren wurde – für dies Baby hatte ich ein Geschenk besorgt und wir haben uns sehr auf sie gefreut. Eigentlich wäre alles so schön.

Wenn nicht das Leben einen anderen Plan hätte – aber da geht’s mir nicht anders, als allen anderen auch. Wadenwickel, Fieberthermometer und quietschsüßer Tee.

Nur Kaffee mag ich gar nicht …

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Harti und das Mitgefühl

Tante Kleinsorge war die Lebensgefährtin von Onkel Amroschkewitz, warum die beiden nicht verheiratet waren und in wilder Ehe miteinander wohnten, das habe ich als Kind nicht verstanden. Bei Tante Kleinsorge gab es Vorla-Brause und auch Bier für die gesamte Nachbarschaft. Tante Kleinsorge verkaufte aber auch an die Damen Hormocenta.
“Man kann nicht früh genug damit beginnen!“, sagte sie immer, kleisterte sich ihr Gesicht voll und war der Meinung, dass sie die schönste Frau am Platz war. Wir Kinder hatten eine eigene Meinung. Ihre Haare waren strohgelb, total struppig und ihre Kittelschürzen hatten die Eleganz eines Kohlenkellers. Harti focht das nicht an. Harti musste endlich bei Onkel Amroschewitz wieder punkten. Und Tante Kleinsorge war Onkel Amroschewitz Augenstern. Blumen brauchte er ihr keine schenken, Schönheit hatte sie auch so und anderweitig helfen konnte Harti auch nicht, weil er das letzte Mal, als er die Flaschen sortieren wollte, 2 Kästen umgekippt hatte und allen Flaschen der Hals gebrochen war. „Du bringst mich noch um meinen Verstand!“,schluchzte Tante Kleinsorge. „Ich würd dir ja gern mein gebn, abba da is auch nich viel un das büschen, wasich hab, das brauch ich selba!“ „Harti, du bist unmöglich!“ „Abba ich hab Gefühl, Mitgefühl – odda?“

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Ungesund

Tee mit Zucker – einfach nur süßen Tee, literweise!