Gedanken, Kuddelmuddel, Kuddelmuddel, Musik

Noch mal!

Der letzte Applaus ist verklungen. Es hängt nur noch der letzte Ton im Raum. Die Musiker packen ihre Instrumente zusammen und die Sänger liegen sich wahrscheinlich hinter der Bühne in den Armen…

Wiebke sagt ganz leise, sehr andachtsvoll: „Noch mal!“ Ich möchte ihr so gerne zustimmen. Aber ich weiß auch, dass die Akteure auf der Bühne fertig, ausgepowert sind und endlich zur Ruhe kommen wollen.

Was will Wiebke noch mal hören? Was will Carsten noch einmal dirigieren? Wo waren wir heute Nachmittag? Wir hatten eine Einladung von einer Posaunistin einer Musikschule. Heute Nachmittag haben Schüler 2er Musikschulen ‚Die Zauberflöte‘ aufgeführt – in einer zeitgemäßen Fassung mit Monostatos als Punker – köstlich. Aber nicht nur die Darbietung war gut. Die Stimmen, allesamt sehr junge, waren ausgezeichnet. Papageno hervorragend auch in seiner darstellerischen Leistung. Immer wieder musste ich kichern. Man sah diesem jungen Sänger an, dass er selbst eine Mordgaudi hatte.

Wir hatten aber auch gute Plätze. Direkt hinter dem Orchester, das für die anderen Zuschauer – wir waren sozusagen VIP – hinter einer Plexiglaswand spielte, mit bester Sicht auf die Bühne, die keine große Kulisse hatte. Ein Beamer warf passende Bilder an die Wand – mehr bedarf es auch gar nicht, die eigene Fantasie malte die Szenen.

Jeder Zuschauer/Zuhörer ging nach zweieinhalb Stunden begeistert aus einer simplen Stadthalle in den Abend. Es war wunderschön. Im Auto hat meine Freundin mit den Junioren: Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich … gesungen und ich hätte zu gerne dazu getanzt, aber ich musste ja fahren!

Noch mal, bitte, bitte Mama, noch mal! Vielleicht schaffen wir es in der Adventszeit ein Ballett zu sehen! Mir schwebt ‚Der Nusskacker‘ im Kopf herum!

Kuddelmuddel, Kuddelmuddel, Musik, Trauer, Unruhe

Meine Seele singe

Was Musik kann!? Eine ganze Menge – zum Beispiel für eine Weile Sorgen vergessen lassen. Mit dem Magnificat als Kanon gesungen, in der Kilianskirche der nahen Stadt…

… so schön! Aber nicht nur das, der Jugend- und Kinderchor bot uns eine Uraufführung – hach, ich bin noch voller Musik. Erfüllt mit Leib und Seele!

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Samstagmorgen

Still ist es. Noch nicht einmal Musik klingt. Vielleicht in mir. In Dur-Akkord. Moll ist genug da draußen. Ich muss dem entgegentreten. Ich muss wirklich müssen, denn wenn ich es nicht tue, versinke ich im Morast der Mutlosigkeit.

Was kann ich hören dagegen? Möglicherweise gerade Wiebkes Musik. Sie hört fröhliche Kinderlieder, Herbstlieder und dann wieder Kirche, um plötzlich mit Helene Fischer oder den Toten Hosen mitzuschmettern. Dann lacht sie, mein wunderbares Töchting.

Carsten hört im Moment keine Musik. Er macht mir sowieso Sorgen. Obwohl er fröhlich ist. Obwohl er Charmeur ist. Obwohl er Sprachwitz hat und wenn er zu Wort kommt, die Menschen verblüfft. Nur dauert alles soviel länger – je weniger er wird.

Draußen senkt sich der Nebel. Ich kann den blauen Himmel schon ahnen. Noch regt sich in den Juniorenzimmern nichts. Es ist still am Samstagmorgen!

…übrigens: ich freue mich über jeden Kommentar!