Kuddelmuddel

eigentlich sollte ich singen

Es gibt Lieder, die fröhlich klingen und dennoch traurig sind. Heute morgen habe ich gesungen. Ein gutes Morgenlied, das ich als angehende Erzieherin gelernt habe – so lange habe ich es nicht mehr gesungen. Wird Zeit, dass es wieder passiert! Denn, wenn ich singe, dann geht’s mir gut. Auch wenn es vielleicht fröhliche Lieder mit traurigen (eigenen) Texten sind.

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Halb zwölf: Noch ein Morgenlied!

Kuddelmuddel

Meine Güte

Warumfragen sollte man nicht stellen. Warumfragen sind müßig, weil es meistens keine Antwort darauf gibt. Warum ist dieses oder jenes so, wie es ist? Wenn man Warumfragen stellt, dann ist es schon geschehen und nicht mehr zu ändern – jedenfalls dieses Ereignis. Obwohl, wenn ich jetzt darüber nachdenke, sind diese Fragen doch nicht kontraproduktiv. Ach, ich glaube, man sollte nie pauschalisieren. Fragen sind immer gut! Allerdings sollte man damit rechnen, auch mal keine Antwort zu bekommen.

Es ist doof (anders kann ich es nicht bezeichnen), dass ich nicht zur Kur fahren kann. Wer Schuld hat – hat überhaupt jemand Schuld? Wer Schuld daran hat, ist mir zwar nicht egal, aber ändern tut es an der Tatsache nichts, dass ich nicht fahren kann. Dabei hätte ich Erholung dringend nötig. Ich merke es jetzt. Nach einer Woche bin ich bereit, richtig abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen, ich kann endlich schlafen und träume wieder. Morgen kommen die Junioren heim und am Donnerstag fahren wir nach Hameln zur Beerdigung. Mein Kopf rattert. Ich habe sogar Schiss. Weil ich wahrscheinlich wieder ganz alleine dastehe und meine Geschwister, die hier ja gar nicht mitlesen, von anderen Verwandten nur Fragmente zugetragen bekommen und mir Herzlosigkeit vorwerfen. Ich hätte nach dem Fiasko beim Geburtstag meiner Mutter geschrieben, dass ich sie nicht wiedersehen wollte. Ich habe geschrieben […] auch auf die Gefahr hin, dass ich sie nicht lebend wiedersehe […], was ja wohl ein Unterschied ist! Aber, keiner meiner Geschwister will meine Sicht hören oder lesen. Stattdessen schweigen sie sich aus. Ich bekomme keine Antworten, auch nicht, wenn ich darum bitte. Meine Güte, was ist da schiefgelaufen in der Kommunikation? Diese Trauerfeier wird für mich zur Mutprobe. Ich muss das alles alleine schaffen, mit zwei traurigen behinderten Menschen. Ich schaffe das, das weiß ich – aber der Preis ist ganz schön hoch!

Die Tage in Hamburg waren gut, wichtig und schön. Auch wenn es gesundheitlich eine Blamage war, so habe ich es dennoch genossen. Ich gäbe was drum, ich hätte so eine Freundin hier vor Ort. Jemand, der mich respektiert, akzeptiert und annimmt, wie ich bin, mir auch mal zuhört …

… so und jetzt ziehe ich mich an!