Behinderung, Kuddelmuddel

Mireille Mathieu

Oh o, was macht Frau, wenn sie Frust hat? Sie geht zum Friseur! Beim Friseur war ich schon ewig nicht mehr. Nicht wegen des Lockdowns, sondern, weil ich nie mit dem Ergebnis der Friseurin zufrieden war. Entweder war es mir zu bieder, oder es wurde viel zu wenig abgeschnitten. Manchmal kam ich aus dem Laden und hatte das Bedürfnis, mir sofort die Haare waschen zu müssen. Oft war es so, dass ich dann doch immer noch selbst zur Schere gegriffen und meine Frisur verschönert habe. Lange Zeit bin ich zum Friseur gegangen, um mir die Haare färben zu lassen. Daran habe ich mich nicht getraut. Dennoch wechselte meine Haarfarbe von rot zu blau und sogar tannengrün war ich einmal. Das letzte Mal färben war vor ein paar Jahren. Es war eigentlich kein färben mehr, sondern eher die Farbe aus den Haaren ziehen – ich wollte grau werden. Das hat nur bedingt geklappt. Sogar eine Friseurmeisterin hatte zu kämpfen und meine Haare wurden orange, dann senfgelb und schlussendlich irgendwie was zwischen hellgelbgrauweiß und stumpf. Ich lief heulend aus dem Salon. Zu Hause angekommen, habe ich die Haarschneidemaschine genommen und mir die Haare sehr kurz geschoren. Sah interessant aus!

Heute habe ich erst dem Kerle die Haare geschnitten! Während des Spaziergangs – ich trottete so hinter diesen Rollstühlen her – konnte ich mir die Matte meines Sohnes betrachten und das war nicht schön anzugucken. Dazu muss ich sagen, dass der Kerle sehr glatte blonde Haare hat, die leider sehr ausdünnen. Sprich: sie werden weniger! Eine Gnadenfrist habe ich ihm  gewährt – bis kurz vor 18:00 Uhr. Carsten mag nicht Haare schneiden. Er stirbt dabei! Mir scheint, jedes einzelne Haar tut ihm weh. Er zetert Mordio und wird regelrecht ausfallend. Im Einzelnen will ich hier nicht aufschreiben, welche Worte mit den abgeschnittenen Haaren fallen. Nicht nur des Kerles Puls ist auf 180, meiner auch! Er, der stundenlang Bücher betrachten kann und dabei nicht einen Zentimeter den Kopf bewegt, er wackelt und dreht den Kopf in einem Affenzahn. Ich muss, wie mit Engelszungen reden, sein krudes politisches Geschwätz dabei überhören und nebenbei auch noch versuchen, einen guten Haarschnitt zu fabrizieren. Warum ich mir das antue? Weil es beim Friseur genauso abgeht. Der einzige Friseur, der dem Kerle die Haare schneiden konnte, ist längst in Rente und alle anderen haben die Schere an die Seite gelegt: „Tut mir leid, aber ich möchte Ihren Sohn nicht ins Ohr schneiden!“

Okay, okay, der Kerle sieht gut aus. Kein Zacken, hinten vielleicht ein bisschen kurz, aber sonst tipptopp!

Ich war patschnass geschwitzt – der Kerle übrigens auch – ihn habe ich ausgezogen und in die Badewanne gesteckt und das eine oder andere vorwitzige Haar wurde nebenbei noch abgeschnibbelt. Weil meine Haare eh schon feucht waren, habe ich die Schere, die sowieso schon da lag, genommen und angefangen mir die Haare zu schneiden.  Das Ergebnis ist super, ich bin zufrieden, sogar hinten ist keine Macke drin, alles paletti. Beim Pony musste ich allerdings ein bisschen tricksen und er ist kürzer und kürzer geworden. Meine Schwester, der ich ein Foto geschickt habe, hat gesagt, dass ich aussehe, wie Mireille Mathieu – nur eben sind meine Haare grau und erheblich kürzer. Ganz leise hörte ich ein Kichern aus der Ferne: „Es sieht aber fesch aus. Eben, wie du und du machst das immer richtig gut!“ So, und jetzt male ich mir die Augen an, tusche die Wimpern, schminke mir kirschrote Lippen, ziehe meinen schwarzen Rollkragenpullover an und finde mich selbst absolut schick und superkalifragilistischexpialigetisch!

Kuddelmuddel

Spät

… aber nicht zu spät!

Behinderung, Familie, Gedankenchaos, Junioren, Kuddelmuddel

abnehmen & so | Antworten

Zum Thema: Intervallfasten (Frühling wird’s) und abnehmen! Ich habe mich jetzt ein bisschen damit beschäftigt – vermutlich wird das nix für mich. Wegen der Junioren. Denn, ihr wisst, dass beide mit dem Essen Schwierigkeiten haben. Carsten sowieso und Wiebke auch. Das Töchting isst nur, wenn ich auch esse und der Kerle isst niemals, ohne dass jemand anderes mitisst.

Zumindest werde ich versuchen, weniger Süßkram zu essen, bewegen tue ich mich, meiner Meinung nach genügend – vermutlich, aber dennoch falsch. An die 16 000 Schritte laufe ich im Durchschnitt täglich, das dürfte reichen. Kraftsport sollte ich machen, nur dazu habe ich keine Zeit und zum Bildschirmsport so überhaupt keine Lust. Fahrradfahren war noch nie mein Ding, bleibt also nur das Laufen in der freien Natur. Dabei bin ich ein Schönwettersportler und ich bräuchte jemanden, der meinen inneren Schweinehund antreibt. Da, da niemand ist, werde ich ihn selbst an die Kandare nehmen.

Noch mal zum Thema Essen: es ist schwierig! Ich habe diverse Baustellen Intoleranzen. Laktose-, Fruktose- und Histamin-Unverträglichkeit. Nicht so einfach sich damit ausgewogen zu ernähren. Aber ich habe es ja früher geschafft. Es erfordert eben nur ein bisschen Disziplin. Diese ist mir nach meiner Krankheit abhandengekommen. Ich werde einfach wieder gezielter und bewusster einkaufen gehen. Vielleicht sollte ich auch den Schnöckerkram abends weglassen und keine Reste mehr vom Teller der Junioren essen. Konsequenter sein – was sie nicht gegessen haben und auch nicht mehr essen wollen, wegwerfen. Weg damit – mich nicht belasten. Problematisch wird es mit Süßigkeiten. Kann ja meinen Junioren, die beide wenig sind und wiegen, diese Freude nicht verwehren. Da muss ich ganz schön viel Disziplin aufbringen, dass ich nicht den oder den anderen Schokoriegel nasche oder die Chipstüte leermache. Wie ich das schaffe, weiß ich noch nicht und wie ich mehr Wasser trinke – weil ich Wasser ohne Geschmack gar nicht mag – das muss ich mir auch noch schönreden, eventuell kommt doch ein Schuss Saft rein, denn ehe ich nichts trinke ist es um einiges besser, Wasser mit Schuss zu trinken, als gar nichts.

Es wird ja Frühling und da komme ich auch wieder öfter von der Miste und … wir werden sehen!