Mir ist heute Morgen ein Foto vom Kerle in der Timeline angezeigt worden, das vor fünf Jahren geknipst wurde. Es hat mich erschreckt. Damals wog Carsten nur elf Kilo. Genauso sah er auch aus – hager, grau im Gesicht und völlig schlapp!
Heute wiegt er fünfzehn Kilo. Mag sein, dass das nicht viel mehr klingt. Für den Kerle ist es ein Quantensprung. Er hat von neuem Bäckchen, die Haut ist prall und gut durchblutet, seine Sprüche sind wieder frecher und philosophischer und überhaupt macht er einen besseren Eindruck.
Damals habe ich damit gerechnet, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Tagtäglich hatte ich Angst. Tagtäglich hat er gekotzt ohne Ende. Stört euch nicht an dem Begriff kotzen, es war so. Sämtliche Nahrung kam schwallartig, wie aus einer Fontäne geschossen, wieder raus. Das Töchting hatte Angst und schrie, konnte sich nicht beruhigen und ich wusste nicht, wen ich zuerst beruhigen sollte.
Essenstechnisch haben wir einen Rückschritt gemacht: Carsten wird heute fast ausschließlich durch die PEG ernährt. Aber so bin ich sicher, dass er nicht verhungert. Mein Ziel ist, dass er noch ca. zwei bis drei Kilo zunimmt, dann ist alles paletti!