Bücher, Gedankenchaos

soziale Medien

Buch mit Lesebrille

Grenzen sind nicht da, um abzugrenzen, sondern um anzugrenzen. | Monika Kühn-Görg

Ja, alles gut und schön aber auch viel zu schnelllebig und viel zu oberflächlich. Soziale Medien ersetzen kein Miteinander. Wer so isoliert ist wie ich, der sehnt sich nach Austausch und nicht nach Huschhusch und dummen Sprüchen. Küchenweisheiten kann ich mir vom Kalenderblatt holen, die brauche ich nicht auch noch als Kommentar. Okay ich hab große Erwartungen, vielleicht zu hohe Erwartungen. Pflegende Angehörige werden in der Regel mit Kalenderweisheiten überhäuft. Auch deswegen weil aus Hilflosigkeit oft nichts anderes gesagt werden kann. Tatsächlich ist mir das auch lieber, als Schweigen. Nur ist das halt nur eine halbe Wahrheit!

….

Töchting ist wach …

12:38 Uhr – Meinen Instagram-Account habe ich gelöscht und es hat nicht einmal wehgetan. Stattdessen habe ich mir Saša Stanišić neues Buch bestellt: Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne . Hoffentlich komme ich auch zum lesen.

Familie, Fragen, Gedankenchaos

kalt – Schafskälte

Vielleicht wird mit der Zeit so manches vielleichter!*

Es ist kalt geworden. Ich erinnere mich, dass immer wieder Schafskälte am Geburtstag meiner Mutter war. Wir drei frieren sehr schnell und jetzt, da Wiebke krank ist, geht mir auch das an die Nieren. Dem Kerle war gestern der Auftakt zur Fußball-EM ein innerer Vorbeimarsch. Er war total happy, auch noch um halb eins in der Nacht. Meinen Schrei deswegen hat man sicherlich auf der Straße gehört. Okay, er kann heute ausschlafen. Bei der Kälte und dem Regen können wir sowieso nichts tun. Helfer sind aus triftigen Gründen verhindert.

Vorsicht ich möchte nicht, dass ihr weiterlest wenn euch das nervt. In mir brodelt die große Angst! Es gibt keinen ersichtlichen benennbaren Grund und somit kann ich nur die Symptome schildern: Atemnot nach dem Aufwachen, mit Übelkeit und Husten am Rande des Erbrechen. Weiche Wackelbeine und Grummelbauchweh. Ich weiß, dass ich den Tag (an)packe und meistere. Diese Müdigkeit hat nichts mit mangelnden Schlaf zu tun. Eher etwas damit, dass ich dürste – nach Menschen, nicht nach Leuten, nach Menschen, bei denen ich ich sein kann und nicht immer nur Theater (vor)spiele.

Ich höre gerne zu. Das habe ich gestern den ganzen Tag gemacht. Am Morgen der Wunschtochter, am Nachmittag einer alten Dame – wir haben sie im Altersheim besucht. Am Abend wurde mein Töchting krank, samt solidarischer Unterstützung ihres Bruders. Da ging’s mit richtig gut, auch nachts habe ich prima geschlafen.

  … nur aufgewacht bin ich – mal wieder, und das ist langweilig für euch – wie immer.

Nachtrag um 09:10 Uhr – Was würde ich machen, wenn ich nicht die ganze Energie hätte, die ich habe?

*kein Schreibfehler