Kuddelmuddel

das

… oder dies! Oder das Wiederfinden der eigenen Träume!

Während die Junioren mit sich selbst beschäftigt waren – mein Töchting hat sich geschminkt und der Kerle musste endlich einmal seinen Stall ausmisten (nein, nicht sein Zimmer, das ist immer tipptopp aufgeräumt), den Stall seines Bauernhofs – also während meine Menschen mich nicht brauchten, konnte ich Musik hören. Meine Playliste spuckte mir Alexandra vor die Füße:

Was ich wiedergefunden habe: malen, singen – noch sind sie sehr melancholisch, die Lieder, aber es sind eigene Texte – noch nicht aufgeschrieben, aber schwingend im Kopf.

Das oder dies oder was ganz anderes …

 

Kuddelmuddel

Sonntagsvermissen

Mein Töchting singt. Ich sitze hier, hab acht gespannt, dass sie ruft, um aufs Klo gesetzt zu werden. Sie einfach nehmen, geht nicht – denn dann macht sie sich steif und einen steifen Menschen, kann man sehr schwer tragen, auch wenn sie nur 26 kg wiegt. Wenn sie denn aber ruft, muss ich schnell sein, sonst kann es sein, dass das Bett nass ist.

Okay, das geht euch nichts an. So vieles ist eine andere Routine bei uns/mir. Ob ich es mit meinen Beiträgen vermitteln kann, weiß ich nicht. Es ist in jedem Fall nur eine Momentaufnahme.

Es ist schon so lange her, dass mein Mann noch lebte und doch vermisse ich ihn gerade Sonntagmorgen sehr. Ob er das Töchting geschnappt hätte? Vermutlich auch nicht. Er hätte sie fröhlich singen lassen. Ihre Stimmung kann nämlich von einer Sekunde auf die andere umschlagen. Dann weint sie herzzerreißend und sagt aber nicht, was ist. Dann überkommt sie ein Schmerz – manchmal ein körperlicher, weil eine unbedachte Bewegung weh tut oder ihr eine Spastik in die Glieder fährt. Sie dann trösten zu können, ist nicht einfach. Wiebke ist unberechenbar. Sie hat den richtigen Namen dafür: Wiebke kommt unter anderen auch von Wigburg und das heißt: Die Unbezwingbare! Da kommt mir die Frage in den Sinn – hat nicht jeder den Namen, den er verdient und verkörpert der Name nicht auch ein bisschen dessen Inneres?  Oje, was treibt mich an diesem Morgen um! Demnach müsste ich ein Fels sein – aber ich komme mir eher vor, wie eine die sehr bröckelig ist […]

it’s Klotime!

Kuddelmuddel

noch einmal Asperger

So sehr gerne würde ich euch meine Aspergerprobleme nahebringen. Aber es scheint nicht zu gehen. So wenig, wie ein Fisch fliegen kann – mit wenigen Ausnahmen – so wenig kann ich erklären, wie es ist Autistin zu sein. Immer irgendwo anzuecken, meist mit meiner viel zu radikalen Ehrlichkeit. Damit, dass ich Kleinigkeiten sehe, die andere nicht wahrnehmen, dass ich motorisch manchmal ein Stoffel war und es heute auch noch bin. Zu erklären versuchen, dass ich manche Mimik nicht deuten kann. Dazu gehört auch die immer wiederkehrende Diskrepanz  mit dem Like-Sternchen unter den WordPress-Beiträgen.  Ich bin sehr direkt. Das haben manche Kommentierende schon zu spüren bekommen. Dabei bin ich mit der Zeit schon sehr gemäßigt. Ich überlege im Vorfeld lange, bevor ich lospoltere. Das schränkt mich sehr ein, macht mich unsicher. Ich möchte nicht als grob und ungehobelt gelten. Asperger-Autistin zu sein, fühlt sich an, wie auf einem anderen Stern zu sein. Mein Töchting ist auch Autistin und man könnte meinen, wir verstünden uns gut, weil wir ähnlich ticken. Dem ist nicht so. Sie lebt viel mehr in ihrer Welt, zumal sie auch noch kognitiv eingeschränkt ist. Ich muss Kompromisse machen und verstehe dennoch manchmal nicht warum? Bei meiner Tochter, bei meinen Mitmenschen und überhaupt. Meine Wahrnehmung ist logisch und ich sage (habe gesagt – weil ich es anders lernen musste), rede Klartext. Nicht lange um den Brei herum, nicht verklausuliert. Das kommt nicht gut an. Ich kann zum Beispiel nicht zwischen den Zeilen lesen. „Aber, warum schreibst du dann Gedichte? Die sind doch interpretierbar!“ Tja genau, warum schreibe ich Gedichte? Weil meine Gedichte die Sache auf den Punkt bringen. Aus dem Grund schreibe ich keine langen Geschichten, weil ich mich mit wenigen Worten effizient ausdrücken will. Nur verstehen tut mich kaum jemand, so wie ich manche ellenlangen Auslassungen nicht verstehe. Menschen, die reden um des Redens willen, denen höre ich meistens nach einer Weile nicht mehr zu […]

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Sorry, meine Kinder brauchen meine Aufmerksamkeit. Ich wollte nur versuchen zu erklären, warum Autisten so missverständlich sind und selbst missverstehen. Es gibt in den Weiten des Internets gute Webseiten von Autisten, die sicherlich verständlicher sind, als mein unwissenschaftlicher Beitrag hier.