Kuddelmuddel

faul

Was bin ich faul! Ich will mich nicht dran gewöhnen, macht mir keinen Spaß, wollte eigentlich heute ein halbes Stündchen nach dem Aufstehen durch die Weinberge schleichen. 

Das Pflaster juckt, der Venenzugang ist frei durchgängig. Auch wenn ich Linkshänderin bin, so ist es ein Geduldsspiel den rechten Arm allein mit Mullbinde zu umwickeln. Irgendwie fehlt eine Hand und die Pastorenfreundin hat signalisiert, dass sie mir diesbezüglich nicht helfen wird. Ich mag sie, aber sie ist schon sehr speziell! Wurschtel ich mich halt selber durch! 

Mein Magen muckt. Das viele Antibiotika und meine Vorliebe für Milchprodukte mögen sich nicht. Mein Weg wird in die Apotheke führen und irgendwas probiotisches für Darm und so weiter… Darauf habe ich keine Lust. So diszipliniert, wie ich mit der Antibiose bin, so nachlässig bin ich mit Dingen, die ich nicht einsehe. Kann mein Körper das nicht selber regulären?

Den Junioren geht’s gut. Allerdings werden sie zu Schlafmützen erzogen. Sie gehen nur nachmittags vier Stunden arbeiten und stehen erst um halb zehn morgens auf und gehen abends viel zu früh um kurz vor oder nach acht ins Bett – das finde ich nicht gut! Aber ansonsten sind sie gut drauf, sie haben auch Heimweh und inzwischen sogar ein bisschen Langeweile!

Macht’s gut heute.

Kuddelmuddel

gewaschen

Es rächt sich! Man, respektiere ich sollte nicht mit Matschschädel Lieblingspullover waschen, denn dann könnte es sein, dass dieser nach der Wäsche noch nicht einmal mehr Carsten passt! Ich bin viel zu kaputt, um mich zu ärgern. Sehr, sehr schade ist es dennoch und so einen schönen Wollpullover werde ich nie wieder bekommen – noch dazu stand er mir richtig gut!

Kuddelmuddel

Müll machen

Eine schöne Überschrift finde ich nicht. Im Moment bin ich eine Umweltsau! Aber das wäre ich auch im Krankenhaus, Hygienevorschriften sind – im eigenen Interesse – eben einzuhalten. Jetzt liegt das Geraffelt vorm Bett, aber ich werd’s mal fotografieren. Fasziniert bin ich davon, wie das Antibiotikum aus der Flasche kommt. Ohne Schwerkraft, nur anhand eines Unterdrucks, der mit einer Luftblase aufgebaut wird. Schwer zu erklären  – ich weiß es ja selber nicht. Nach drei Fläschchen entwickele ich eine Routine, im Grunde ist es easy – so denn der periphere Venenkatheter sicher liegt. Einzig davor habe ich etwas Schiss. Wie schnell kann so ein Zugang verstopfen oder rausgezogen werden und dann brauche ich relativ schnell eine neue Nadel. Zum Glück ist die Lungenklinik nur ca. eine halbe Stunde entfernt und zum Allgemeinkrankenhaus brauche ich 20 Minuten durch die Stadt. Ich habe ein Schreiben, dass mir ohne Untersuchung schnellmöglich ein neuer Zugang gelegt werden soll. Ausprobiert habe ich es noch nicht. Schauen wir mal, was ist, wenn es soweit ist.

Das Sturmtief hat mich schlafen lassen. Im Kellerschlafzimmer, noch dazu im Dorf, das einbettet in der Senke liegt, ist es sowieso ganz anders, als im vierten Stock der Klinik am Rande der Hochebene. Zum Doc werde ich heute Morgen fahren, ein bisschen was einkaufen, eine Haushaltshilfe (hoffentlich) finden und immer noch husten.

… und Müll produzieren!