Kuddelmuddel

Selbstporträt

Selbstporträt Ein komischer Sonntag. Wir sind einmal wieder in Stich gelassen worden. Doch zum Spazierengehen lädt das Wetter auch nicht unbedingt ein. Es ist unbeständig und wechselhaft. Wiebke singt ihren Schlümpfen fantasievolle Lieder vor, Carsten guckt LKWfilme oder spielt irgendein Traktorspiel.

Heute Morgen habe ich mir die Haare ratzfatz abgeschnitten – ich konnte dieses nicht lang und nicht kurz nicht mehr sehen …

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Kaffee

gelbe leere Kaffeetasse
gelbe leere Kaffeetasse

Meine Kaffeetasse ist schon wieder leer, meine zweite Tasse! Ich mag guten Kaffee und der kostet ein bisschen mehr, als der vom Discounter. „Ach Petra, Kaffee ist doch Kaffee!“ Nein, eben nicht – aber wer nur Kaffee aus irgendeiner Kapselmaschine trinkt, dem ist das anscheinend egal, wie die Plörre schmeckt. 

… und jetzt kommt der Wehdam wieder: MamS hat sich am Morgen zuerst einen Kaffee gemacht und ist dann mit dem Glimmstängel auf die Terrasse und hat eine geraucht. Irgendwann hat er mal von seiner Zeit in Flensburg erzählt, wo er  zwei Wochen Wehrdienst hatte und diesen  dann verweigerte. Er musste deswegen in den Bau. Heute habe ich in den Nachrichten gehört, dass die Wehrbeauftragte wieder den Wehrdienst einführen will und ich finde das gut. Nicht wegen der Unterbesetzung der Bundeswehr, sondern deswegen, weil es dann wieder Zivildienst gäbe. 

Zivi war MamS dann im Krankenhaus, nachdem er vor dem Ausschuss glaubhaft versichert hatte, dass er zwar dem Land dienen, aber keine Waffe in die Hand nehmen wollte. „Im Krankenhaus habe ich kannenweise Kaffee getrunken!“ Kaffee war ihm wichtig. Bei seinen Eltern und bei meinen gab  es nur gefärbtes Wasser, wie er immer sagte. Unser erstes großes Geld haben wir in einen Kaffeevollautomaten investiert – und jetzt geht einer dieser Nachfolger kaputt! Was kaufe ich denn nun als Ersatz?

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Wut verrauchen lassen

Irgendetwas gärt in mir – ich spüre eine unbändige Wut! Gegen wen oder was kann ich nicht sagen. Vermutlich bin ich es selber, gegen den ich an- und für den ich kämpfe.

Schwer mache ich es mir. Da helfen Leichtigkeitssprüche von anderen wenig, da helfen auch keine Beileidsbekundigungen – ich muss mein Leben leben. Und zu meinem Leben gehören die Junioren dazu, wie das Amen in der Kirche. Wenn beide ausgezogen wären, dann hätten sich die Probleme nur verschoben. Essen tut Carsten woanders auch nicht mehr. Wiebke pinkelt woanders auch ins Bett. Okay, das ist kein gutes Beispiel – ich bräuchte das Bett nicht zu beziehen! Ich will meine Kinder bei mir haben und sie wollen bei mir sein.

Stopp! Ich verzettele mich.

Meine Wut ist gut. Sie zeigt mir, dass ich lebe. Eigentlich beflügelt sie mich. Sie lässt die Angst gelten und fragt nach. – Ab nächste Woche kann ich endlich wieder (war seit Mitte Januar nicht) zur Psychologin gehen …