Kuddelmuddel

ohne eigene Worte

Virginia Satir
„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt.“
 

Kuddelmuddel

Entschuldigung | Kuddelmuddelgedanken

Entschuldigen kann ich mich selber nicht, das muss schon jemand anderes tun. Ich kann darum bitten und hoffen, dass mir mein Gegenüber mein Verhalten nicht übelnimmt.  | Wortklaubereien! Ich bin kein Meister in Spitzfindigkeiten, bin aber in einer Familie aufgewachsen, in der die Mitglieder Sophistereien bis zur Weißglut des anderen betrieben haben. Einer meiner Brüder hat grundsätzlich alles wortwörtlich genommen – auch dann, wenn er es anders hätte verstehen können und auch getan hat. Ich selbst bemühe mich, den Hintergrundgedanken mancher Wortspielereien zu verstehen, oft gebrauche ich selbst welche.

Dies zur Vorrede. Eigentlich geht es darum, warum ich mich immer und immer wieder entschuldige. Es wurde mir eingebläut. Inzwischen ist es für mich zum Automatismus geworden. Gerade weil ich vieles, wie mein Bruder (ja, eigentlich besteht der Großteil meiner Herkunftsfamilie aus Asperger-Autisten), weil ich viel wörtlich nehme, was andere als Metapher angesehen haben. So kommen Missverständnisse auf. Wenn ich dann auch noch knapp antworte, was viele als schroff ansehen, dann scheint es, dass mein Gesprächspartner und ich nicht nur aneinander vorbeireden, sondern gar auf verschiedenen Planeten leben.  So wurde mir beigebracht: Entschuldige dich für deine Handlungen und Reden, es könnte missverständlich, undurchsichtig, unübersichtlich suspekt sein – da ist es im Vorfeld gut, wenn du gleich erklärst, dass das der Fall sein kann. | Habt ihr das verstanden? Habe ich mich zu verschroben ausgedrückt?

Mein Entschuldigen ist auch Verunsicherung. Ich möchte niemanden zu nahetreten oder beleidigen – ehe ich das tue, diskreditiere ich mich lieber selbst. Sicher, ich beleidige auch und schließe aus, bin unhöflich und gemein – und jetzt greift die Erziehung meiner Eltern; Entschuldige dich im Vorfeld […)

Das ist ein Kuddelmuddelgedankenspiel – ein Gedanke, ein Kuddelmuddel von vielen, die tagtäglich durch mein Hirn rasen.

Kuddelmuddel

Geschützt: unverfänglich

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