Behinderung, Gedanken

gleichbehindert

Tja, wer ist wie behindert? Ich erfahre gerade einmal wieder, dass es auch in der Welt der Behinderten große Unterschiede in der Gewichtung gibt.  Auch dort ist es gut in irgendeine Schublade zu gehören. Doch in welche passt Carsten mit seiner Essstörung? Ich habe Angst!

Jetzt in Coronazeiten bekommen wir sogar noch weniger Unterstützung, dabei ist sie grade so dringend nötig, denn ich kann nicht mehr! Wenn wenigstens jemand anderes könnte – aber auch Menschen, die den Beruf des Heilerziehungspflegers gelernt haben, konnten den Kerle nicht zum Essen motivieren. Die Freizeit hat es aufgezeigt.

Zumindest habe ich ein offenes Ohr bei einer Münchner Gruppe für Essstörungen gefunden. Weiterhelfen, richtig weiterhelfen konnten sie mir aber auch nicht. Essstörungen bei geistig behinderten Menschen ist eben ein sehr spezielles Gebiet und meistens – so habe ich erfahren müssen – sind es Störungen, dass behinderte Mensch zu viel essen. Oder ich stoße, wie ich gestern schon schrieb, auf Unverständnis. Einzig, die Notaufnahme des Krankenhauses bleibt mir und davor scheue ich mich. Ich möchte dort nicht als hysterische Mutter stehen, die ja doch schon jahrzehntelang dieses Thema hat…

Okay, ich werde gleich zum wiederholten Mal mit der hiesigen Lebenshilfe sprechen und auf ein Wunder hoffen. Aber gibt es wirklich solche?

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

12 Gedanken zu „gleichbehindert“

  1. dergl sagt:

    Ich möchte keine Ratschläge geben, also ignoriere und lösche das einfach, wenn du das als schlauquatschen empfindest. Das wäre völlig in Ordnung, ich stecke nicht in deiner Haut. Auf Twitter ging am Wochenende der #MachDichSichtbar um und mir fielen da unter den gefühlt etlichen behinderten Menschen, die das genutzt haben etliche auf, die von sich schrieben, sie hätten teils starkes Untergewicht oder seien essgestört. Wenn du den Nerv hast, vielleicht (man muss nicht bei Twitter sein) unter diesem Hashtag schauen, ob da irgendwer irgendetwas gepostet hat, das auf euch passt oder nah herankommt. Manchmal haben die Leute ja Webseiten oder Mailadressen im Profil, vielleicht ist da jemand dabei, der irgendetwas Hilfreiches weiß. Ich habe an euch denken müssen als ich bei gleich mehreren gesehen habe, dass es da wohl bei einigen solche Probleme gibt. Ob die auf professionelle Hilfen verweisen können weiß ich nicht. Es sieht ja generell mau aus mit Psychotherapie und Co. für behinderte Menschen, noch mehr dann, wenn (auch) kognitve Behinderungen vorliegen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Hat mir leider nicht weitergeholfen – aber dennoch Dankeschön!

  2. Frau Lakritz sagt:

    Wunder gibt es – DU bist eins! Du bist ein Wunder für eine tollen Junioren. Und ein Wunder der Inspiration und des Mutmachens für mich. Küsschen vom Watt!

  3. Verwandlerin sagt:

    Ich drücke euch sehr die Daumen, dass irgendwas hilft!

  4. christine b sagt:

    nur du weißt genau, wann es soweit ist, dass du mit carsten dringend in die notaufnahme gehen sollst….mußt.
    soll dir egal sein, was die dort denken, das bauchgefühl der mutter ist immer wichtig und richtig.
    alles gute, hoffentlich mag carsten doch irgendwas feines oder neues essen, ich wünsche es euch so.

    1. B sagt:

      Ich habe eben englische Fachliteratur gelesen. Das Problem ist häufig, aber relativ wenig erforscht. Deshalb kann man Dir wohl auch schlecht helfen. Du kannst es wohl nur selbst analysieren, wann und wie es angefangen hat, was es ausgelöst hat.

      1. piri ulbrich sagt:

        Sag mal, bist du vom Fach? Ich frage wegen Fachliteratur – was hast du da nachgeschaut? Würde mich interessieren.

        1. B sagt:

          Ich bin nicht vom Fach, aber das hat mich noch nie davon abgehalten, mich selbst zu informieren.
          Google mal, Fachbuch, Essstörungen bei geistig Behinderten . Oder geh in eine Unibibliothek. Online kannst Du Bücher heraussuchen. usw. man kann auch medizinische Berichte kaufen. Es ist Arbeit, aber möglich.

  5. B sagt:

    Du hast immer gewusst, was das Beste für Deine Junioren ist. Vertraue weiter auf Deinen Instinkt. Ich drücke die Daumen.

  6. piri ulbrich sagt:

    Ach @B – bei mir kommt dein Vorschlag bzw. Ratschlag so an, als ob ich mich nicht informiere. Ich weiß, dass du es gut meinst, aber ich sehe nur den …schlag und bin wieder Kind, dem vorgeworfen wird nicht selber denken zu können. Was glaubst du, auf was für Ideen ich schon gekommen bin?! Welche Fachleute sich bei Carsten nicht mehr weiterwussten! Bitte sei mir ob dieses Kommentars nicht böse – ich habe versucht nicht verletzend zu schreiben. Wenn es aber doch der Fall ist, dann tut mir das leid. Mich hat dieser Kommentarschlag getroffen!

    1. B sagt:

      So war es nicht gemeint. Ich bin auch nicht beleidigt.
      Die Entwicklung geht aber immer weiter. Das meinte ich. Vielleicht ist vor kurzem eine neue Studie herausgekommen. Oft wissen Ärzte weniger als ihre Patienten, wenn sie ein ausgefallenes Problem haben. Mehr wollte ich hier nicht schreiben.
      Reagierst Du beim Arzt genauso, wenn er etwas vorschlägt? Oder nur bei mir, weil ich keiner bin ?

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