Behinderung, Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

denkste

Alles ist gut? Nee, nicht wirklich. Gut war der Start in den Tag – kein meckern und meutern, angespannte Vorfreude. Vorfreude? Die Junioren jedenfalls sind enthusiastisch in den Tag gestolpert. Ich hatte Bauchweh. Ich habe immer Bauchweh. Etwas so, wie andere Leute Rücken haben. Mein Muffensausen ist jedenfalls außerordentlich heftig. Ich weiß nicht, was passiert. In der Werkstatt passiert. Die Erzählungen der Junioren sind widersprüchlich – was kann ich glauben? Dass sie gut aufgehoben sind, weiß ich. Allerdings kotzt Carsten wieder und isst noch weniger.

Manche meiner Ängste sind sehr real, aber nicht alle sind greifbar. Mir hat heute mein Doc gesagt, dass ich immer noch krank bin, immer noch Lungenentzündung habe und dass mein Geist (so hat er es nicht gesagt) aber dass meine Psyche noch sehr hinterherhinkt und ich wieder einmal nicht, wie schon nach dem Tod meines Mannes die Zeit habe, das zu verarbeiten. Ich soll nur im Moment sehr aufpassen, dass ich nicht auch noch körperlich krank werde. Von meinem Knubel unterm Fuß und denen in den Handflächen habe ich nichts erzählt. Und das mit dem Haarausfall hatte ich während der Sprechzeit völlig verdrängt.

Carsten und Wiebke gehen in die Werkstatt – ein paar Stunden am Tag. Eine sehr willkommene Abwechslung und ich falle. Ich funktioniere wieder gut und an diese Bauchschmerzen, die keine körperlichen Ursachen haben, werde ich mich wohl auch noch gewöhnen.

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...