Behinderung, Gedanken

jetzt erst recht

Jetzt werden wir uns erst recht zeigen, noch mehr auffallen, präsenter sein in der Öffentlichkeit und den Neidern – ja, es gibt tatsächlich Neider auf die Privilegien, die die behinderten Junioren haben, und sei es nur kostenlos im öffentlichen Nahverkehr fahren zu können, wenn wir es denn könnten und in den Bus kämen – wir werden den Neidern keine Angriffspunkte liefern und wir werden uns nicht verstecken.

Ich kenne doch tatsächlich Angehörige von behinderten Menschen die rechts – ganz weit rechts – gewählt haben. Wissen diese nicht, dass die AfD Behinderte ausgrenzt, ja wieder weg haben möchte aus der Öffentlichkeit.  Mir ist übel, ich habe Angst! Meine Angst darf ich nicht zeigen, darf sie den Junioren nicht offenbaren und mache mir und ihnen dabei so viel vor. Natürlich merken sie, dass etwas nicht stimmt, dass ich angespannt bin und dass sich gesellschaftlich einiges geändert hat. Das liegt nicht nur daran, dass Freizeitbegleiter*innen fehlen! Auch. Aber warum fehlen sie? Wie oft seht ihr behinderte Menschen im alltäglichen Leben?

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Drückt mir die Daumen, dass ich gleich die Kraft finde mit den Beiden durchs Dorf zu gehen, um ein Eis im Café kaufen zu können. Heute bin ich noch ziemlich derangiert – meine Schulter muckt …

 

Veröffentlicht von piri

✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ✨

5 Gedanken zu „jetzt erst recht“

  1. Gudrun sagt:

    Ich drücke die Daumen, dass deine Schulter Ruhe gibt.
    Mit so einem Wahlergebnis habe ich gerechnet. Das deutete sich schon lange an. Ich werde trotzdem versuchen, bestimmte Werte zu wahren und davon zu erzählen und sie weiter zu tragen.
    Heute war ich Lindenblüten sammeln. Die Äste der Linden wachsen bis unten herab, so dass ich vom Rolli aus pflücken konnte. Einige Behinderte von unserer Rampe (spezielle Zugang zu unseren ebenerdigen Wohnungen) kamen und fragten, warum ich die Blüten sammele. Die habe ich dann gleich zu einer Teestunde mit Lindenblüten eingeladen, für den Herbst, wenn alles wieder schnupft und es draußen wieder kalt wird. Schade, dass ihr so weit weg wohnt. Euch würde ich gerne mit dabei haben.
    Liebe Grüße

    1. piri sagt:

      Wir wären auch gerne dabei! Eis ist gegessen und hinzu hatten wir zum Café eine nette Schiebehilfe. Zurück haben die Leute bloß geglotzt!

      1. Gudrun sagt:

        Na und, lass sie glotzen. Villeicht kommt ihnen mal die Idee, an den Rollstühlen mit anzufassen.
        Bei mir war mal der Akku leer. Da kam mein Nachbar und hat mich mit seinen Rollstuhl nach Hause gezogen. Wir mussten immer lachen, wenn manchem Mitmenschen fast die Augen herausfiehlen. Wir werden die „Lumpenfuhre“ nochmal nachstellen, denn ich will darüber schreiben.

  2. quersatzein sagt:

    Daumen hoch für deinen Mut und das „jetzt erst recht“!
    Ja, klein beigeben hilft niemandem.
    Du kannst stolz auf dich sein. Und wenn jetzt noch die Schulter Ruhe gibt, wäre die Welt schon wieder ein bisschen heller und freundlicher.
    Einen lieben Abendgruss,
    Brigitte

  3. C Stern sagt:

    Im großstädtischen Raum wird nicht sonderlich geglotzt, bei uns sind viele Menschen mit Behinderungen – meistens im Rollstuhl und mit ihren Assistent*innen – unterwegs.
    Ich bin diese Assistentinnenaufgabe gewohnt, seit einigen Jahren – bei unserem Rolli-Training mussten wir in der Ausbildung selbst mal im Rollstuhl sitzen. Ich fand das sehr interessant und auch wichtig, denn vom Rollstuhl aus hat man eine völlig andere Perspektive auf Verkehr und Umwelt.
    Ganz liebe Grüße & auf mehr Selbstverständlichkeit unter uns Menschen!
    C Stern

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