Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

ehrlich

… und kein Passwort!

Ich kann immer, auch, wenn ich mich überfordert fühle.  Auch dann, wenn mir alles über den Kopf wächst. Wie momentan, wo viel zu viel auf mich einstürmt. Ich wache wieder jeden Morgen mit Bauchschmerzen auf und das hat nicht nur mit der Syndrom-Findung der Junioren zu tun. Meine Grundtendenz ist aufgeregt, ich bin es – stehe ständig unter Strom und habe keine Ahnung, wie ich das ändern kann. Mein Puls rast – ich bin eh ein hibbeliger Mensch und habe Zeit meines Lebens einen hohen Puls – mein Puls rast so sehr, dass ich denke, zu platzen. Kein schönes Gefühl, aber da weiß ich woher es kommt. Ich möchte es gut machen. Wobei es immer das ist, was Außenwirkung hat. Damit setze ich mich unter Druck: Ich möchte es doch nur gut machen! Und damit bin ich mein schärfster Kritiker, denn gut geht immer noch ein bisschen besser.

Wir fahren heute weg, nach Pappenheim zum Treffen der kleinen Menschen. Einerseits freue ich mich sehr darauf.  Andererseits weiß ich, dass es viel Arbeit ist, denn der Kerle und das Töchting werden dort nicht eigenständig sein können. Vieles wird an ihnen vorbeilaufen und ich stecke in einem Gewissenskonflikt, möchte Gespräche führen, möchte aber auch, dass meine Junioren angenommen werden – nur werden dort keine ‚geistig behinderte‘ Menschen sein. So zerrissen gehe ich eigentlich in jedes Wochenende und deswegen bin ich so dahinterher Menschen zu finden, die ein ähnliches Syndrom-Bild wie die Junioren haben. Sie sind so oft der sogenannte Sonderfall!

Sonntag ist dann der Bandauftritt auf der BUGA. Für mich heißt das, Sonntagmorgen aus Bayern zweieinhalb Stunden zurückzufahren, um pünktlich und halb eins auf dem Gartenschaugelände zu sein. Es wird kalt werden. Zu kalt für die kleinen Rollifahrer – ich werde lange Unterhosen einpacken müssen und mir das Gemeuter anhören können, weil doch Mai ist und im Mai die Sonne scheinen soll.

 

[…]

Ich kann immer. Was auch immer das ist! Pflegende Angehörige haben immer zu können, basta! … übrigens mache ich meinen Job gerne und erfülle ihn mit viel Liebe.

Wenn ihr wollt, könnt ihr uns gerne etwas in den imaginären Hut werfen!

 

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*-  In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

13 Gedanken zu „ehrlich“

  1. socopuk sagt:

    Liebe Petra,
    Was mir grad so einfällt: habt ihr Anspruch auf Persönliches Budget? Oder ist das (z. B. wegen Werkstatt?) grundsätzlich ausgeschlossen?
    Liebe Grüße, Anna

    1. piri ulbrich sagt:

      Wir haben persönliches Budget – damit bezahle ich die Helfer. Aber es gibt eben kaum welche! Und wenn ich jemanden ein ganzes Wochenende mitnehme, dann ist das Geld in Nullkommanix weg – eine ziemliche Crux.

      1. Christel sagt:

        Wenn es so wenig Helfer gibt ..sollte es möglich sein, das verbliebene Geld für ein WOCHENENDE zu nutzen..

        :rose: :rose:

        1. piri ulbrich sagt:

          Ja sicher, aber finde mal jemanden, der ein Wochenende durchgängig Zeit hat! – Es ist nicht so einfach, wie man sich das landläufig vorstellt!

      2. socopuk sagt:

        Ok, gut. Ja, das ist leider oft so, dass der Bedarf und die genehmigten Stunden in keinem Verhältnis zueinander stehen. So ein Mist!!
        Herzlichr Grüße, Anna

  2. Gudrun sagt:

    Wenn du auf dem Treffen jemand triffst mit dem du dich gut unterhalten kannst oder mit dem deine beiden gut zurechtkommen, dann gib deine Telefonnummer weiter. Manchmal ist ein weiteres Treffen ohne alles drum herum gut.
    Ich drücke dir ganz fest die Daumen.

    1. piri ulbrich sagt:

      ja natürlich …

  3. Frau Lakritz sagt:

    Ooh, das klingt für mich nach zu hohem Blutdruck… BITTE, Petra, sei achtsam mit dir, ja? :heart: Nicht, dass dir so’n -Pardon!- Scheißdreck passiert wie mir und dir eine Arterie im Gehirn reisst. Ich bin sehr gespannt auf deinen Bericht über das Treffen! Viele liebe Grüße!

    1. piri ulbrich sagt:

      Ende des Monats habe ich einen Termin beim Kardiologen.

  4. Paula sagt:

    Kardiologie-Termin sehr gut, denn das sind ernstzunehmende Symptome!

  5. christine b sagt:

    macht es gut heute B-) :yahoo:
    viel spaß und freude beim bandauftritt. hoffentlich ist es nicht zu arg kalt.
    für dich ein anstrengendes wochenende. :bye: :wacko:
    liebe grüße aus dem neuschnee, christine

    1. piri ulbrich sagt:

      Kalt war es, ja – aber es war ein toller Auftritt. Leider nur, wie so oft, vor vielen, den meisten behinderten Besuchern. Heute ist Tag der Inklusion!

      https://www.aktion-mensch.de/aktionstag-5-mai.html

  6. Der Emil sagt:

    Manchmal hasse ich Entfernung …

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