Behinderung, Familie

Abends zur Essenszeit

Himmel überm Dorf
Himmel überm Dorf

Manchmal gibt es Tage, die schon gebraucht zur Welt kommen. Dann wieder kann es aber auch sein, dass sich solche am Abend auflösen und sich friedlich mit Kartenspielen und Pilzomelett zur Ruhe begeben. Der heutige war so einer:

  • Wiebkes Rollstuhlräder haben beim Rückwärtsfahren blockiert
  • Carstens Rollstuhlsitz war voller Marmelade
  • Kaffee war keiner mehr da
  • aller allergiegeplagten Augen tränen
  • meine Nase – ach, sprechen wir lieber nicht drüber
  • wegen zweier defekter Rollstühle war an einen, noch so kleinen Spaziergang nicht zu denken

… und dann löst sich alles in Wohlgefallen auf und der Abend ist gerettet!

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Außerdem bin ich langweilig! So sagt Carsten wenigstens. Mir ist aber gar nicht langweilig. Ich habe viel zu tun, bin beschäftigt – sogar sehr beschäftigt. Damit, dass ich den Laden hier am Laufen halte und die Junioren und andere Besucher unterhalte. Ich brauche jetzt ein Bier! Der Laden um die Ecke hat noch auf – ich hole mir jetzt ein Tannenzäpfle!

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Nachtrag um 22:02 Uhr: jetzt spinnt auch noch mein Handy – ich muss ins Bett. Schlaft gut, träumt süß von sauren Gurken!

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

4 Gedanken zu „Abends zur Essenszeit“

  1. Katrin sagt:

    Liebe Petra, mir gefallen deine blogeinträge gerade sehr, ich muss bei vielen lächeln, weil ich denke, es hat sich mal so ganz anders gelesen, weil du so viele Sorgen hattest. Und jetzt kommt es so leicht und froh bei mir an, das freut mich. Lass dein tannezäpfle dir schmecken! Kat.

    1. piri ulbrich sagt:

      Ich bemühe mich leicht zu klingen – ganz so einfach ist es nicht. Mir macht das Eingesperrtsein sehr zu schaffen und die Junioren verlottern. Nicht, dass sie ungepflegt sind, aber sie waren seit Ende Januar nicht mehr in der Werkstatt und das nervt sie. Für mich ist das Aufrechterhalten der Moral harte Arbeit. Das kannst du mir glauben!

      Abends noch ein Buch zu lesen? Daran brauche ich gar nicht zu denken, dazu bin ich viel zu erschossen!

  2. Frau Lakritz sagt:

    Oh -Das “Zäpfle” gehört zu meinen Lieblingsbieren! Genieße, was du dir verdient hast! Grüß die Junioren ganz lieb und du sei gedrückt und geknuddelt! <3

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