Behinderung, Gedanken, Junioren

Realität und Wunschdenken

Wir entwickeln uns immer mehr auseinander! Dabei meine ich nicht einmal die Menschen, die geimpft oder es nicht sind. Ich habe das schon viel früher beobachtet – auch in der eigenen Ursprungsfamilie und es hat nichts mit Corona zu tun. Scheinbar herrscht in unserer kleinen Familie Stillstand. Daran wollen meine Geschwister nicht teilhaben. Bei ihnen geht das Leben weiter! Den normalen Gang. Bei uns ist nichts so wie woanders – auch nicht ansatzweise. Ich wickle zum Beispiel seit mehr als 45 Jahren meinen Sohn. Ich freue mich darüber, dass meine Tochter mit über 40 Jahren, sich alleine ausziehen kann. Mit einer Helferin zusammen filzen wir kleine Bälle und ich bin stolz, dass der Kerle seine beiden Hände benutzt. Ich stehe jede Nacht um 2:00 Uhr auf, um meine Junioren umzulagern. Nicht erst seit 10 Jahren! Die einzige Antwort einer meiner Verwandten: „Bring deine Kinder in ein Heim!“

Wenn ich das täte, brechen gewachsene Strukturen auseinander. Nicht nur die der Junioren. Auch meine. Meine Geschwister haben ihr eigenes Leben. Lassen mich nicht teilhaben und nehmen an unserem nicht Anteil. Wir wissen nichts voneinander – es tut mir weh!

… und ich glaube, der Titel passt nicht so ganz. Manch einer wird es als jammern sehen. Dann ist das eben so.

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Nachtrag: Ihr merkt, Familie beschäftigt mich gerade auch. Zusätzlich zu den anderen Kleinigkeiten wie Weihnachten, was soll ich kochen, Corona und dem allgemeinen Weltgeschehen. 

Veröffentlicht von piri

Ich danke fürs lesen. Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank! ✨ Bitte nichts kopieren und mein Urheberrecht berücksichtigen. ✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

6 Gedanken zu „Realität und Wunschdenken“

  1. christineb sagt:

    auch wenn deine stammfamilie nicht näher zusammen rückt als fremde, du selber, petra hast ein wunderbares familienleben geschaffen für dich und deine beiden behinderten kinder. darauf kannst du sehr stolz sein, denn das ist alles andere als einfach.

    koche euch was feines, festliches, das ihr gerne mögt, etwas das du aber gut schaffen kannst mit der angeschlagenen gesundheit.

  2. momfilou.wordpress.com sagt:

    In meiner Stammfamilie ist der jüngste Bruder seit Jahren beleidigt, weil ich beim letzten Besuch 20 Minuten später kam, als verabredet. Mein ältester, der Halbbruder starb, ohne dass wir Verbindung gehabt hätten. Mein Lieblingsbruder ist bei den Querdenkern heimisch und ich vermeide es, ihn darauf anzusprechen, weil ich mir so sehr ein Wiedersehen wünsche…
    Nur bei langjährigen Freundinnen ist ein tiefes Gefühl von Verbundenheit gewachsen und geblieben.
    Bin froh, dass mit meinen eigenen Kindern die Kommunikation meistens herzlich ist und harmonisch.
    Liebe Grüße Gerel

  3. freiedenkerin sagt:

    Das Thema Familie plagt mich zur Weihnachtszeit auch stets sehr… Und da stößt mir dann immer so Manches sauer auf, was ich glaubte, längst überwunden zu haben…
    Du und deine Junioren, ihr seid eine ganz besondere Familie.
    Seid herzlich gegrüßt!

    1. piri sagt:

      Danke

      Ja, ich weiß, dass das Familienthema nicht nur meins ist. wir sind stark, habe ich zu einer Freundin gesagt: Wir schaffen das!

  4. Reni´s Odds and Sods sagt:

    Man kann sich seine Geschwister leider nicht aussuchen. Habe auch 3…
    Den Freunden ist man oft näher als den Geschwistern.
    Ich wünsche dir trotzdem frohe Weihnachten.
    Alles Liebe
    Reni

    1. piri sagt:

      Oh ja, Geschwister sind nicht immer freundlich miteinander. Da kann ich viele Lieder singen. Auch dir eine wunderbare Weihnachtszeit.

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