Schlagwort: Junioren

gestern heute morgen

Gestern verheulte Augen, heute ein verquollenes Gesicht und morgen bestimmt einen, wenn auch kleinen, Pickel auf der Nase. 

Wir waren nicht draußen, wir sind nicht raus gekommen – einer war am Wochenende immer unpässlich. Wiebkes blaue Lippen und die schlechte Sauerstoffsättigung macht mir Sorge. Das Töchting ist quengelig. Sehr unruhig rollt sie in der Wohnung herum, rummst da an die Tür und dort sehr unkonzentriert an die Einbaukommode mit den Schuhen drin. Ihre Stimme ist weinerlich, aber beunruhigend ist ihr Zustand nicht – ich habe beim Patiententelefon unserer Krankenkasse angerufen. Die nette Krankenschwester hat mir erklärt, dass Pulsoximeter an kalten Fingern – und das Töchting hat extrem kalte Finger – dass dann die Messung ungenau ist, weil die mangelnde Durchblutung der Haut falsche Werte liefert. Dennoch geht‘s Wiebke nicht gut! Sie isst nicht, trinkt noch schlechter als sonst und will nicht und will doch und mag Schokolade, aber Gummibärchen sind besser.

Der Kerle hat gute Laune. Wie macht er das nur immer? Er ist zufrieden und hat so gar keine Lust irgendwas zu tun. Chillen, Musik hören (in voller Lautstärke) und Salzstängelchen futtern …

Sonntagspätnachmittag

kalt – Schafskälte

Vielleicht wird mit der Zeit so manches vielleichter!*

Es ist kalt geworden. Ich erinnere mich, dass immer wieder Schafskälte am Geburtstag meiner Mutter war. Wir drei frieren sehr schnell und jetzt, da Wiebke krank ist, geht mir auch das an die Nieren. Dem Kerle war gestern der Auftakt zur Fußball-EM ein innerer Vorbeimarsch. Er war total happy, auch noch um halb eins in der Nacht. Meinen Schrei deswegen hat man sicherlich auf der Straße gehört. Okay, er kann heute ausschlafen. Bei der Kälte und dem Regen können wir sowieso nichts tun. Helfer sind aus triftigen Gründen verhindert.

Vorsicht ich möchte nicht, dass ihr weiterlest wenn euch das nervt. In mir brodelt die große Angst! Es gibt keinen ersichtlichen benennbaren Grund und somit kann ich nur die Symptome schildern: Atemnot nach dem Aufwachen, mit Übelkeit und Husten am Rande des Erbrechen. Weiche Wackelbeine und Grummelbauchweh. Ich weiß, dass ich den Tag (an)packe und meistere. Diese Müdigkeit hat nichts mit mangelnden Schlaf zu tun. Eher etwas damit, dass ich dürste – nach Menschen, nicht nach Leuten, nach Menschen, bei denen ich ich sein kann und nicht immer nur Theater (vor)spiele.

Ich höre gerne zu. Das habe ich gestern den ganzen Tag gemacht. Am Morgen der Wunschtochter, am Nachmittag einer alten Dame – wir haben sie im Altersheim besucht. Am Abend wurde mein Töchting krank, samt solidarischer Unterstützung ihres Bruders. Da ging’s mit richtig gut, auch nachts habe ich prima geschlafen.

  … nur aufgewacht bin ich – mal wieder, und das ist langweilig für euch – wie immer.

Nachtrag um 09:10 Uhr – Was würde ich machen, wenn ich nicht die ganze Energie hätte, die ich habe?

*kein Schreibfehler 

Gefühle

Seid wütend
aber geht nicht daran kaputt

Seid traurig
aber versinkt nicht in ihr

Habt Angst
aber achtet sie auch

Seid verzweifelt
aber voller Zuversicht

Seid hoffnungsvoll
jeden Morgen

seid mutig
euer Leben zu leben

– ihr habt nur eins

© petra ulbrich

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