Behinderung, Kuddelmuddel

Montagmorgen

Montagmorgen sieht die Welt schon ganz anders aus! Auch, weil die Herrschaften wieder aus dem Haus sind. Ich liebe meine Kinder! Ehrlich – aber ich mag es nicht, wenn sie am Wochenende nur herumtrödeln.  Ich wollte so gerne etwas unternehmen. Aber zwei gegen einen ist – da ziehe ich den kürzeren. Wenn ich denn Kraft habe, dann schaffe ich das auch sie zu motivieren. Nur, wenn ich in meinen Wehdam verfalle, der ganze Weltschmerz mit der Einsamkeit auf mir lastet, dann kann ich mich nicht aufraffen. Dann versinke ich im Selbstmitleid!

Einsamkeit ist ein großes Thema und meine Trauer. Da bin ich schon ein bisschen neidisch auf meine Kinder. Carsten und Wiebke haben sich gegenseitig. Und sie gehen wochentags in die Lebenswerkstatt. Für sie wird gemanagt, das ist zwar auch nicht immer gut zu ertragen, doch sie müssen sich nicht sorgen. Ich mache das für sie. Ich mache es gerne, nur manchmal hätte ich jemanden an meiner Seite, den ich fragen kann, ob es so auch richtig ist! Überhaupt hätte ich jemanden zum Reden vor Ort. Jemanden auf Augenhöhe …

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Carsten und Wiebke haben heute Morgen gebadet. Meine Aufgabe ist, die Betten zu waschen – alles und das ist ganz schön viel. Zum Glück  wäscht Minna. Dennoch bleibt mir das bisschen Haushalt!

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Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

8 Gedanken zu „Montagmorgen“

  1. Wechselweib sagt:

    Ja, ich kenne das Gefühl allein zu sein auch sehr gut, ist manchmal hart.

    1. piri ulbrich sagt:

      😥

  2. kat. sagt:

    Wehdam ist ein besonderes Wort für das was du meinst. Ich musste das gerade eben Nachlesen wo das herkommt. Ich bezeichne ähnliche Stimmungen bei mir als Blues. Wenn ich bei dir so lese, wünschte ich, du hättest jemanden, der das alles mit dir gemeinsam trägt. Das traurige und aber auch das fröhliche. Liebe Grüße Kat

    1. piri ulbrich sagt:

      Jemanden zu haben – das wäre so schön!

  3. Momfilou sagt:

    Nach der Scheidung vom Vater meiner beiden Kinder war ich 22 Jahre alleinerziehend. Es war auf einer Seite sehr schön, meine Kinder waren ja gesünder als ich und wir konnten viel unternehmen. Doch dann war eben auch alle Verantwortung bei mir, alle Entscheidungen allein zu treffen, die Einsamkeit ließ nie auf sich warten, obwohl ich kontaktfreudig bin und tolle Kolleginnen hatte in der Schule.
    Diese Larmoranz kenne ich nur zu gut! Ich habe das immer an mir gehaßt…
    Aber ich bin aus Wurzelholz: Kraftvoll, eigenwillig, “verdreht”, einfallsreich und eine Stehauffrau. Wenn ich mal umfalle, stehe ich immer wieder auf…
    Sehnsucht ist auch ein Motor!
    LG Gerel

  4. mijonisreise sagt:

    Dein Wunsch versteh ich zu gut … Jemand zu haben, der einfach da ist. Unbezahlbar …

  5. Paula sagt:

    In Eurem Dorf ist das aber auch nicht einfach (obwohl hier in der Großstadt am Wochenende die Gesprächspartner auch nicht vom Himmel fallen. Ich muss lange Wege – auch mit der Bahn – auf mich nehmen, um mit Freundinnen von Angesicht zu Angesicht zu reden). Kannst Du nicht den Garten nutzen und zu jeder Gelegenheit grillen? Zumindest an einem Tag am Wochenende, mit Einladung, dann “müssen” die Nachbarn, Bekannten oder wer auch immer kommen. Und die Junioren können so weiter trödeln wie sie Lust haben.

  6. Der Emil sagt:

    Jemanden zu haben. Auch zum Reden.

    Wie gut ich nachvollziehen kann, daß jener Mensch fehlt …

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