Kuddelmuddel

eigentlich nicht

Eigentlich wollte ich ja heute gar nichts mehr schreiben – es ist viel zu heiß und mein Töchting kommt aus ihrem Zimmer nicht raus. Sie zieht sich zurück. Sie kann das. Sie macht das, was sie will. Macht ihr Ding, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu müssen. Heute ist Sonntag, da kann sie das. Da braucht sie keine Kompromisse machen. Ich beneide sie darum.

Ich stecke in einem Meltdown – noch immer, und das seit mindestens zwei Tagen. Nicht leicht für mich. Nicht leicht für meine Mitmenschen. Sogar äußerst doof für meine Mitmenschen, denn sie bekommen es ab – meine Ausbrüche. Es sind zwar keine Wutausbrüche, wie bei autistischen Kindern. Aber schön ist das gewiss dennoch nicht. Für alle nicht. Mein Adrenalinspiegel geht in die Höhe, der Stresspegel steigt und ich könnte innerlich platzen.

Freitag ist etwas passiert, das mich überfordert hat. Ich habe mich ausgenutzt gefühlt. Was war, tut nicht zur Sache. Nur, dass viel zu viel auf mich eingestürmt ist. Etwas entladen hat es sich gestern. Eine sehr liebe Person hat es zu spüren bekommen. Mir tut das sehr leid, nützt aber nichts. Noch heute bebe ich innerlich. Jetzt auch, wegen der berechtigten Kritik. Wenn ich nicht einen Freiraum für mich finde, dann wird’s schlimm.

An meinen Kindern, seid gewiss, werde ich nichts abladen. Ich brauche Zeit zur Ruhe zu kommen, runterzufahren und ich brauche verständnisvolle Menschen an meiner Seite. Aber, wie soll das gehen, wenn ich jeden vor den Kopf stoße. Dass ich mich zusammenreißen soll, weiß ich selber, nur ist das ein weiterer Overload

Was war zuerst da: Das Huhn oder das Ei?

Veröffentlicht von piri

Ich danke fürs lesen. Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank! ✨ Bitte nichts kopieren und mein Urheberrecht berücksichtigen. ✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

4 Gedanken zu „eigentlich nicht“

  1. kopfundgestalt sagt:

    Sich ausnützen lassen will sich keiner

    1. piri sagt:

      Aber du kommst nicht deswegen in einen Overload und reagierst möglicherweise ganz anders, als autistische Menschen.

  2. Myriade sagt:

    Eine sehr informative Seite, die du da verlinkt hast. Danke! Ich lese deinen Blog unter anderem deswegen, weil es mich fasziniert, wie du absolut wohlmeinende Menschen immer wieder vor den Kopf stößt. Ich kann absolut nachvollziehen, was dir an manchen Kommentaren oft auf die Nerven geht, aber deine Reaktion darauf, ist mir fremd. Ein bisschen Neid, nicht so grob sein zu können, ist vielleicht auch dabei …

    1. piri sagt:

      Neidisch brauchst du deswegen überhaupt nicht sein. Es ist, nicht nur für die Gegenseite, sehr belastend – auch für mich. Ich spüre es sogar körperlich und fühle mich nicht wohl damit. Zu wissen, dass man etwas nicht machen soll und danach handeln, sind zwei komplett verschiedene Paar Schuhe.

      Ich wusste gestern ja auch, dass ich überreagiere, doch ich wusste nicht, wie ich meine, meiner Meinung nach, berechtigte Kritik verpacken soll.

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