Alltag, Behinderung

manchmal fällt man vom Besen

Auch eine große Hexe hat mal klein angefangen und musste erst fliegen lernen. Auch eine sich sorgende Mutter kann sich an einem Sonntagmorgen um sechs Uhr einen Kaffee machen, die Tür zur plappernden Tochter erst gar nicht aufmachen und hoffen, dass die junge Dame noch ein Stündchen  schläft. Wenn dann die Mutter allerdings selbst noch einmal einnickt und wieder aufwacht, wenn das Töchting schon die Socken vom Vortag angezogen hat und gerade dabei ist, den Pullover überzustreifen, dann ist die Mutter stolz und der kleinen Hexe gar nicht böse. Auch wenn der Kakao statt im Mund, im Bett gelandet ist!

Aber anziehen kann sie sich jetzt. Meine Aufgabe ist es nun, ihr Anziehsachen rauszulegen, denn an die Wäsche im Schrank kommt sie nicht ran – und aufs Klo setzen muss ich sie rechtzeitig. Das heißt jetzt nicht, dass das Bett nass war…

Kurzer Nachtrag: Das können Kinder meist mit ca. drei Jahren. Mein Töchting ist im Januar 42 Jahre alt geworden! Manchmal verschieben sich die Dimensionen und was so aussieht wie ein Kinderspiel, ist keins – sondern harte Arbeit!

Veröffentlicht von piri

✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ✨ Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank!

10 Gedanken zu „manchmal fällt man vom Besen“

  1. Jane sagt:

    Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich euch. Das ist so herzerwärmend zu lesen. Solche Momente, Meilensteine sind etwas ganz besonderes.

    1. piri sagt:

      ❤️

  2. Myriade sagt:

    Schöner Text!

    1. piri sagt:

      Danke

  3. altesweibsbild sagt:

    So ist es, vieles scheint einfacher, als es in der Tat ist. Ein wenig mehr Demut und Dankbarkeit stünde vielen Menschen gut zu Gesichte, viel zu viel wird einfach als selbstverständlich angenommen.

    Aber das sehen viele erst bei eigener Beeinträchtigung…

    1. piri sagt:

      Von mir wird oft Dankbarkeit und Demut verlangt. Ich verlange das gar nicht – Respekt für die Junioren würde mir oftmals schon reichen!

  4. altesweibsbild sagt:

    Aber wieso ist das so? Du leistet so viel, bist die Pflegekraft deiner Kinder und das geht ja wohl deutlich über das „reguläre“ Mutter sein hinaus…

    Du lebst dein Leben zu Gunsten deiner Kinder und hast dafür allein schon allen Respekt verdient.

    So auch dieser Besuch in deinem anderen Post, dieser kleine Moment, einfach Frau sein und ein Erwachsenen Gespräch führen…das ist ja nicht so selbstverständlich und alltäglich für dich.

    Ich hoffe, das klingt jetzt nicht irgendwie doof, aber ich finde es einfach toll, wie du eure Leben so im Griff hast

    1. piri sagt:

      Warum ich dankbar sein sollte? Weil doch überhaupt jemand kommt, er/sie könnte auch wegbleiben. Wenn schon jemand kommt, dann sollte ich das wenigstens würdigen. Es ist komplex.
      Ich mache diese Aufgabe mit Liebe und meistens auch gerne. Danke, dass du siehst und immer habe ich das Leben auch nicht im Griff – bin manchmal schon sehr verzweifelt.

      1. altesweibsbild sagt:

        Dankbar das jemand kommt ohoh, da kriege ich grad echt Puls…wie schäbig ist das denn…….sorry, das finde ich ganz schlimm, vor allem, wenn dir das so vermittelt wird.

        Du bist ohnehin in einer Ausnahmesituation, bist weit von einem „üblichen“ Mutterleben entfernt, da laufen die Dinge eben anders. Und wenn jemand damit nicht zurecht kommt, ist das ok, aber dann so einen Spruch abzulassen

        Sowas sollte selbst in einem Streit nicht passieren, denn das geht sehr tief und hinterlässt kein gutes Gefühl…

        1. piri sagt:

          Ja, ist leider so!

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