Familie, Gedanken, Gedicht

Müssen oder nicht

Es muss Tage geben
an denen nichts passiert
an denen keine Angst dich weckt
an denen dich der kalte Fußboden
liebkost, wenn du die Socken nicht sofort findest.

Es wird Stunden geben
in denen die Krankheiten nicht vorkommen
in denen so viel zu tun ist, dass du den Kummer vergisst,
die warmen Strümpfe unter der Heizung findest.

Es muss Minuten geben
in denen das Glück anklopft
in denen du das Glück erkennst
in denen dein Gedankenkarussell stehen bleibt
und du Schuhe hast, zum Laufen.

Es wird Sekunden geben
in denen du die Welt vergisst
In denen du mit dir allein zufrieden bist
in denen alles dir gelingt
auch der Aufstieg auf den Sagarmatha
–  und sei es nur im Traum.

© piri ulbrich


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Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

14 Gedanken zu „Müssen oder nicht“

  1. Reiner sagt:

    Wunderschön 🙂

    1. piri ulbrich sagt:

      Wart’s ab, ich habe noch eine Audio-Datei!

    2. M. - K. sagt:

      Vielen Dank, liebe Petra! Was für wunderbare Worte, die mich umfangen, in den Arm nehmen.

      Fair – ich finde es ziemlich doof von den Angehörigen. Aber es zeigt ja, dass sie neugierig sind… Sei’s drum.
      Faire Welt… Sicher nicht. Aber, ganz genau, auch ich, Du, andere werden nicht immer fair sein, manchmal durch einen Druck, manchmal gar nicht bewusst und manchmal, weil es so ist.
      Liebe Grüße durch den so milden Novemberabend an Euch drei!

  2. mo sagt:

    Das Gedicht ist wieder einmal wunderschön. Daß mit den angeheirateten Verwandten ärgerlich. Aber das ist es nicht wert, sie sind es nicht wert.

    1. piri ulbrich sagt:

      Danke und die angeheirateten Verwandten sind auch nicht anders, als die eigentlichen.

  3. Maksi sagt:

    Nicht immer hat man etwas zu sagen, liebe Piri, möchte aber zeigen, dass man da war und es gut fand, was man lesen konnte.
    Dein Gedicht gefällt mir gut. Auch die gesprochene Version.
    Was die „2. Seite“ angeht … du könntest ja auch ein privates Blog machen und somit den unliebsamen Lesern den Zugang verwehren.

    1. piri ulbrich sagt:

      Nein, ich mache das Blog nicht privat, sollen sie doch lesen…

  4. Gudrun sagt:

    Ein schönes Gedicht ist das. Die Traumversion am Ende gefällt mir besonders. Ich sollte mir das ganz dick hinter die Ohren schreiben. Schön finde ich aber auch deine Zeitstaffelung bis zum Moment.
    Ich schicke Grüße ins wilde Dorf mit dem Wunsch, dass dir nie die Ideen ausgehen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Danke – Gedichtemäßig hab ich schon auch mal Flaute. Ich grüße zurück und würde gerne beamen.

  5. Der Emil sagt:

    Eine “faire” Welt ist ein großes, schöne Ziel.

    Ich überlege an Wochen, Monaten und Tagen herum … Und ja, ich mag, was ich lese und höre.

    1. piri ulbrich sagt:

      Sind wir denn immer fair? Doch wohl auch nicht.

  6. Gerel Calow-Demerath sagt:

    Deine Talente sind riesig. Und du hältst es durch, jeden Tag zu schreiben hier – das schaffe ich nicht. Zu viele dunkle Augenblicke der Seele.
    Wenn ich nichts bei WordPress lesen könnte, wäre ich noch einsamer!
    Lieben Gruß
    Gerel

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