Kategorie: Gedanken

Wie nur?

Wie bekomme ich hier die Schwere raus? Es sind nicht alles Steine, es gibt ebenso schöne Momente. Zum Beispiel wenn Wiebke ungefragt ihre Trinkflasche in die Spüle stellt und bei Carsten vorbeirollt und sich sein Glas geben lässt, um dies dann auch in die Küche zu bringen. Oder, ich laufe in die Weinberge, finde dort ein Wengerterhäuschen mit Schatten und sitze dort sinnierten. Die Winzerfreundin (ich nenn sie jetzt mal so) kommt vorbei und reicht mir eine Flasche Wasser: „Hier trink was, du hast schon einen roten Kopf!“ Das hatte ich nämlich völlig vergessen.

Meine Sorgen kann ich leider nicht abstellen – es ist einfach viel zu viel für eine allein! Die Junioren sind bei der Bandprobe und heizen den ohnehin warmen Probenraum kräftig ein.

wer sagt

…, dass es auf dem Dorf still ist, der wohnt nicht bei uns!

Gerade acht Uhr und die Heckenscheren rattern, die Rasenmäher brummen und die Feuerwehr von gegenüber fährt mal eben alle Fahrzeuge mit Blaulicht raus. Das Dorf putzt sich – morgen beginnt das Weinfest! Sogar ein Kinderkarussell gibt es und natürlich Weinstände und Fressbuden und zu Carstens Freude und Wiebkes Leidwesen (weil es zu viele Menschen anzieht) Livemusik von den hiesigen Musikvereinen. Schauen wir mal, wie wir hinkommen – naja eher, wie wir durchkommen, ich bin nämlich alleine mit den Junioren. 

Heute Abend spielen sie noch einmal selber. Wir hoffen auf viel Publikum!

nur nicht aufgeben

Gegen den Strom zu schwimmen, ist deshalb so schwer, weil einem so viele entgegenkommen. | Henry Ford

Ich schon wieder! Aber ich wollte euch schreiben, dass ich nicht nur herumsitze und jammere.

In Ratzeburg, das habe ich durch Zufall erfahren, gibt es eine Rehaklinik, die Kuren für pflegende Angehörige mit ihren zu Pflegenden anbietet. Schön, das gefällt mir. So etwas suche ich. Ich habe dort sofort angerufen. Eine ausgesprochen freundliche Dame am Telefon hat sich lange mit mir unterhalten. Allerdings hat sie mir wenig Hoffnung gemacht. Das Haus ist auf alte Menschen mit Demenz ausgelegt. Meine Junioren sind vermutlich zu fit und zu jung. Dennoch lasse ich mir die Unterlagen zuschicken und probiere mein Glück.

Ist schon blöd, nirgends dazuzugehören. Für eins zu jung. Fürs andere zu alt. Fürs weitere leider nicht fit genug. Fürs nochmal andere zu fit!

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