Kategorie: Gedankenchaos

Herz

Im Moment riecht Glück für mich, nach frisch gewaschener Bettwäsche, frei von Schweiß und Fieber. Duftet nach einfachem Waschmittel ohne Duftstoffe und Weichspüler. Glück riecht auch nach einem Bad ohne Erkältungszusatz; nach Juniorenhaut, unverbraucht; nach einem neuen Buch, frisch aus der Druckerei; Glück schnuppert nach Stinkekäse mit Graubrot, aber auch nach Bratkartoffeln mit Spiegelei…

Deswegen wünsche ich jeden von euch sein/ihr Glück, egal ob frisch gebadet oder nur parfümiert oder einbalsamiert. Ich wünsche einen gar wunderfeinen Donnerstag mit mancherorten Schnee (der wunderbar riecht), noch in den Bergen und kalter Luft (die in der Nase kribbelt) hier unten. Möge die restliche Woche von Düften überhäuft sein, es wäre jedenfalls an der Zeit – denn Glück können wir doch immer gebrauchen. 

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17:21 Uhr – Mein Töchting erklärt mir gerade ihr Glück: Guck mal aus dem Fenster. Da regnet es graue Winnewolken aus – zum Glück bin ich in meinem Zimmer!

Warten

… darauf

    • dass der Regen aufhört
    • die Waschmaschine fertig ist
    • die Ärztin kommt
    • Herman van Veen zu Ende gesungen hat
    • es mir warm wird
    • ich einkaufen gehen kann 
    • …
    • …

 

12:29 Uhr – mir scheint warten ist nicht meine größte Stärke. Inzwischen habe ich unsere Spiele wieder ins Regal und Schränkchen geräumt, die Waschmaschine gefüllt , ach das interessiert doch niemanden. Ich habe Muffensausen vor dem, was auf mich zukommt. Vorhin war ich im Regen draußen und ich hätte ungehindert weinen können, weil ja sowieso mein Gesicht nass war. Hätte. Hab es nicht, hab gelächelt – alles wird gut!

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19:59 Uhr – Die Junioren mussten zustimmen, dass fremde Menschen zu ins Haus kommen. Stolz, dass sie gefragt wurden, haben sie ja gesagt. Noch ist überhaupt nichts passiert – sicherlich im Hintergrund sehr viel, nur spüren tu ich nichts.

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Der Kerle quatscht mir ein Ohr ab; er will wissen, ‚was da gemacht wird!‘, und ich kann ihm nichts erzählen, weil ich es selber nicht weiß. Und dann schmiedet er Pläne, was wir alles machen. Nebenbei vergisst er zu trinken, schwärmt von einer neuen Mitarbeiterin und guckt ganz verliebt, wenn ein bestimmter Name fällt. Das Töchting grätscht rein und will unbedingt von S. erzählen, in den sie extrem verschossen ist und dessen ‚Hand so toll weich ist‘!

Ich bin müde, habe ich doch in der letzten Nacht nur vier Stunden geschlafen!

Siebzig


Die schrille Frau, mit der gewaltigen Stimme über vier Oktaven, die den Farbfilm vergessen  hat, feiert – ich hoffe es doch sehr, dass sie es tut – heute ihren siebzigsten Geburtstag.

Alles Gute Nina Hagen!

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