Vorerst

Heute schlafe ich bei offener Terrassentür, gucke von Zeit zu Zeit in eins der Bücher, die mir mein Onkel spendiert hat und trinke hin und wieder ein Tässchen Kaffee oder ein Gläschen G’spritzten, höre kein „Maammaa“ oder „ich muss dir unbedingt was sagen“ – und vor allen Dingen, kloppe ich die gesamten Pläne inne Tonne… …

Zeit | pflegende Angehörige

 Ich stehe mir selbst im Weg. Beharrlich.

Ich weiß nicht, wie es anderen pflegenden Angehörigen geht! Aber ich denke es wird ähnlich sein. Wenn die Pflegepause da ist, dann ist erst einmal die Erschöpfung viel zu groß, um die freie Zeit genießen zu können.

Außerdem rattert es im Kopf weiter. Was wird sein? Wie pflegen die anderen? Passen sie auch auf, dass der Kerle keine wunden Stellen am Körper bekommt? Geht es den Junioren gut?

Mein Größenwahn ist mal wieder gigantisch. Niemand, wirklich niemand, kümmert sich, so wie ich, um meine Kinder. Niemand macht es so gut wie ich. Halt. Stop. Sie machen es anders, und deswegen nicht weniger gut.

Loslassen heißt die Devise. Es ist schwer loszulassen. Wir sind ein eingespieltes Team und bei uns läuft es Hand in Hand. Jeder Handgriff zählt, es wirkt routiniert. Trotzdem gehen wir sehr liebevoll miteinander um. Manchmal allerdings, beim Nägel schneiden oder Bart stutzen, oder Haare kämmen oder auch nur Füße eincremen beginnt das morgendliche Chaos. Täglich grüßt das Murmeltier. Dann wird Routine zur Pflicht. Immer und immer und immer wieder dasselbe.

So bin ich froh, dass heute meine Junioren in eine Freizeit fahren. Zeit für mich zum durchschnaufen. Ich werde ein paar Tage brauchen, um herunter zu kommen. Acht Tage sind eigentlich viel zu kurz, aber besser als gar nichts.

Es wird meine Zeit sein, ganz allein meine Zeit. Wenn ich etwas nicht will, werde ich es auch nicht tun.

Es liegt mir fern, jemanden vor den Kopf zu stoßen, aber meine Zeit für mich ist viel zu knapp, als dass ich Kompromisse mache.