Vergessen

Ein Freund hat einen wunderbaren Spruch:

Denkend im Vorfeld des Handelns

Diesen Spruch mag ich sehr, vergesse aber leider immer wieder im Vorfeld zu denken.

So wäre es gut gewesen (Konjunktiv), wenn ich heute auf dem Spaziergang durch die Weinberge meinen Fotoapparat dabei gehabt hätte. Das Licht war wundervoll, die Rebstöcke voller reifer Trauben, der kleine Weiher schimmerte in den schönsten Grüntönen, Pferde auf der Weide und ‚unsere Schafe‘ posierten extra für mich. Gedanklich habe ich reizende Bilder geknipst – in Realität kein einziges.

Dieser Sonntagmittagschlendergang durch Feld, an den Kleingärten vorbei, durchs Wäldchen, mit Unterbrechung am Weinausschank mit Schwätzchen war Lebsal für uns alle. Vergessen hatte ich auch einen Hut für mich. Die Sonne, so lieb sie mir ist, tut meinem Bergwerk hinter der Stirn nicht gut. Es pocht und hämmert heftig über dem linken Auge…

Jetzt bin ich Captain Hook – trage Augenklappe mit Kühlakku. Sieht sehr apart aus. Ihr werdet es euch vorstellen müssen, davon gibt es kein Bild. Ich verfluche meine Schmerzmittelallergie – würde so gerne eine Medusin* nehmen und alles wäre gut.

Medusin

„Ich möchte vier Liter Medusin kaufen“, sagte Pippi Langstrumpf.
„Etwas, was gut ist gegen Keuchhusten und schlimme Füße
und Bauchschmerzen und Windpocken und wenn man sich eine Erbse in die Nase gebohrt hat. Es wäre gut, wenn man auch Möbel damit polieren könnte.
Eine richtige prima Medusin soll es sein.“

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Gerade gelesen

Ihr Menschen…
…das ihr etwas tut oder nicht tut, weil ihr Angst habt, halte ich für einen Fehler.

Paxianer

Ich habe Angst, auch davor, der Situation nicht gewachsen zu sein. Es ist so verdammt nicht leicht für mich. Ich habe so gar keine Vergleichsmöglichkeiten, weiß nicht, was ein junger Mensch kann, weiß nicht was ich fordern kann und wo ich ihn zu sehr gängele. Ich bin anders ‚gewachsen‘ – meine kleine Familie hatte von je her einen Sonderstatus. Ich muss gradwandern lernen. Will mich nicht ausnutzen lassen, aber auch den Neffen nicht ausnutzen. Will niemanden überfordern – ganz besonders die Junioren nicht.

Ein Beispiel: Internet ruckelt immer noch sehr im Zimmer des Neffen; jetzt ertappe ich mich dabei, dass ich überlege mein Zimmer herzugeben, denn da ist die Verbindung zum Router stabiler. Aber – ich müsste sehr viel opfern und das will ich nicht. Ich tue es auch nicht. Trotzdem nagt das schlechte Gewissen.

Wiebke ist wach, habt einen guten Tag…