voller worte

Zettelgeschichte | 20.1.17

Gerettet hat mich heute Leocádia – die sanfte, temperamentvolle Portugiesin, mit ihren wilden schwarzen Haaren, ihrem neuen Handy, das so wunderbare Bilder vom Mann und Baby macht – die sie von ganzem Herzen liebt – mit ihrem Schwung und ihrer Fadomusik. Leocádia kann so wunderbar melancholisch singen, von Sehnsucht und Liebe.

Ihr Kaffee schmeckt so viel besser, als irgendwo sonst. Ihr Zuhause ist sauberer, als irgendwo sonst. Bei ihr bewahrheitet sich der Spruch, dass man vom Fußboden essen kann. Wenn sie kocht, biegen sich die Tische und das kleine Wohnzimmer wird ein Lichtermeer. Ihre silbernen Leuchter hat sie extra geputzt, die schweren Vorhänge sind zugezogen. Die Kerzen konkurrieren mit dem Leuchten ihrer Augen.

Da sah es einmal kurz nach einem ganz furchtbaren Tag aus – einem, an dem das Lächeln im Gesicht gefriert, weil in einem großen Land ein Mensch Präsident wird, der so gar nicht passt.

Leocádia – so rein und frisch – singt, lädt zum Essen und der furchterregende Tag morgen…

Wer denkt schon an morgen, wenn er heute feiern kann?

Weiber

Erst einmal entschuldige ich mich für den Titel!

Aber mich würde interessieren, was ihr von folgendem Vorurteil haltet, das ich immer wieder höre und dem ich leider auch immer öfters zustimmen muss:

Zu viele Weiber auf einen Haufen, das gibt nur Zoff!

Es ist ein bisschen überspitzt ausgedrückt, aber anders krieg ich den Satz selten zu hören. Nirgendwo wird mehr gelästert, als dort, wo mehr als drei Frauen zusammenstehen. Wenn’s denn auch noch eine größere Gruppe ist, dann gnade uns Gott!

Als ich Schriftsetzerin lernte, war das noch ein Männerberuf. Man(n) musste schwere Kästen mit Bleibuchstaben tragen können und in die Buchdruckmaschine krabbeln. Da konnte ich mir keine Zickigkeiten erlauben. Als ich aber dann nur mit Frauen zu tun hatte, sind mir diese, ob der Mimosenhaftigkeit, oft auf den Geist gegangen. Niemals (fast) wurde offen gesagt was störte, es wurde vorausgesetzt, dass „die andre“ schon ahnte, was falsch lief. Falls das mal nicht der Fall war, wurde halt hintenrum intrigiert!

Ist es denn wirklich so, wie böse Zungen behaupten? Sind Frauen wirklich so? Ich find das echt schlimm!

Ich meine, wenn man mal blöd angemacht wird oder wenn jemand eine völlig andere Meinung vertritt, muß man doch nicht gleich zur Mimose mutieren, oder? Man bzw. „frau“ kann doch kontern! Ich halte mit meiner Meinung nie hinterm Berg. Wenn mir was nicht paßt, sag ich’s. – Und, wie macht ihr das?

Zettelgeschichten

Warum schreibe ich diese Zettelgeschichten?

Das kann ich nicht sagen. Diese Geschichten sind ganz neu und sobald sie fertig sind, sind sie auch schon im Blog. Schon seit einiger Zeit sammle ich Einkaufszettel auf, die vor Supermärkten herumliegen – ich muss euch warnen, es gibt noch viele!

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  • © 2017 petra ulbrich| 655Tage Kuddelmuddel voller worte. | Mit schon 1335 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit. | Urheberrechte beim jeweiligen Verfasser.
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