Behinderung, Familie

Werkstattnormalität

Es wird noch etwas länger dauern, bis die Junioren wieder zur „Arbeit“ gehen können. Zuerst werden die fitten, die, die auch produktiv sein können, die behinderten Menschen, die auch laufen können und die, die nicht körperlich behindert oder krank sind, wieder in die Lebenswerkstatt gehen können. Das wird schrittweise passieren. Momentan sind ca. 10 von 80 behinderten Mitarbeitern in der Werkstatt. Und es sind Menschen, die in den angrenzenden Wohnheimen leben.

Carsten und Wiebke sind nicht in einer der ersten Gruppen. Beide sind nicht in einer hochproduktiven Abteilung, sondern eher im Förder- und Betreuungsbereich, außerdem sind sie Rollstuhlfahrer und da gibt es Beschränkungen. Ferner werden sie nicht den Abstand wahren können, da beide körperlich gepflegt werden müssen und das geht eben nur mit Nähe. Außerdem sind beide in der Hochrisikogruppe – erstens wegen ihrer eigenen körperlichen und gesundheitlichen Einschränkungen und zweitens wegen mir: ich war sehr krank, bin immer noch nicht vollständig gesund und es wäre fatal, wenn tatsächlich eine Ansteckung zustande käme. Ausschließen kann das niemand!

Wir schaffen das daheim. Es ist nur manchmal, wie überall, langweilig. Schade ist, dass Carsten abbaut – sowohl körperlich, als auch geistig – ihm fehlt der Input von außen. Ich versuche Menschen zu uns kommen zu lassen. Es ist nur begrenzt und seine Kumpels können diese auch nicht ersetzen.

Es wird wieder. Es dauert nur. Aber es wird nicht ewig dauern und bis es wieder soweit ist, machen wir das beste draus!

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

7 Gedanken zu „Werkstattnormalität“

  1. B sagt:

    Das ist eine wirklich schwierige Situation.

    1. piri ulbrich sagt:

      Passt schon!

    2. Verwandlerin sagt:

      Bin gestern Kollegin begegnet und wir waren uns einig: wenn es bei uns wieder richtig los geht nach Pfingsten werden die Risikogruppen sich zu Hause langweilen und wir Kollegen die für alle arbeiten müssen, am Rad drehen…

      1. piri ulbrich sagt:

        Sag mir: wie willst du das ändern?

  2. Sonja sagt:

    Es klingt so gut, wie du es nimmst…Es möge so bleiben. Dazu gehört viel, ich weiß, trotzdem wünsche ich es Euch. Sehr!

    1. piri ulbrich sagt:

      Soll ich den Kopf in den Sand stecken? Das bringt doch nichts – es kommt, wie es kommt und wenn’s kommt, dann richtig!

  3. christine b sagt:

    ach diese warterei bis wieder das normale leben zurückkommt!
    gerade carsten würde ich es so wünschen, dass er schnell wieder mit seinen kumpels zusammensein kann.

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