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Sofia trägt immer Schwarz

Cognetti, Paolo – Sofia trägt immer Schwarz | Sofia Muratore wäre so gern glücklich und trägt doch immer Schwarz. Sie hat zwei ungleiche Augen und fühlt sich wie ein »Luftballon hinter Gittern«. Mit zehn Jahren rasiert sie sich aus Protest die Haare, mit sechzehn hat sie von allem genug. Sie erträgt die Krisen der Eltern nicht, will Schauspielerin werden, wird aber nur magersüchtig. Sie zieht von Mailand nach Rom und dann nach New York. Sie verliebt sich, taucht ein in das Leben anderer und verflüchtigt sich sofort wieder wie Gas. Überhaupt ist Sofia immer auf der Flucht, vor ihren Freunden, Liebhabern, den Eltern und sich selbst – in der Hoffnung, anderswo endlich zur Ruhe zu kommen.

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Dieser Roman von Paolo Cognetti ist bislang an mir vorübergegangen. Dabei habe ich Acht Berge verschlungen und Mein Jahr in den Bergen hat mich gefesselt. Jetzt versuche ich – kann mich noch nicht richtig konzentrieren, das liegt allerdings nicht am Buch – Sofia trägt immer Schwarz zu lesen. Die Sprache, ich mag die prägnante Sprache, die nicht so strotzt vor Worthülsen, die schlicht ist und dennoch aussagekräftig und bildreich. Sofia scheint immer wieder wegzulaufen. Wie wird das Buch wohl ausgehen?

Veröffentlicht von piri

✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ✨ Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank!

6 Gedanken zu „Sofia trägt immer Schwarz“

  1. C Stern sagt:

    Ich kenne weder den Autor noch das Buch, habe mich jetzt ein bisschen in Rezensionen eingelesen, weil mich der Titel in einem gewissen Sinne auch provoziert. Und auch, dass vermutlich nicht wenige Menschen sich über die Kleidungsfarbe schwarz – an anderen Menschen – wundern.
    Dabei muss man beileibe nicht depressiv sein, um Schwarz zu mögen. Schwarz ist definitiv die Farbe, die bei Künstler*innen sehr häufig an ihren Kleidungsstücken zu sehen ist. Ich kenne tatsächlich auch Menschen, die schwarz als Ausdruck für „gothic“ tragen. Und das sind durchaus auch Menschen, die das Leben sehr lieben, selbst, wenn sie sich mit viel Dunkelheit auseinandersetzen.
    Wenn ich meinen Kleidungskasten öffne, dann sehe ich auch dort viele schwarze Teile. Ich mag schwarze Kleidung – sie passt aus meinem Empfinden definitiv zu allen Haarfarben und Hauttönen. Mir gefällt Schwarz aus vielen Gründen und ich trage es gerne, auch, weil es so manche überflüssige Pfunde besser verzeiht als helle Farben.

    Ich schätze eine Sprache, die Spannung aufbaut und die doch immer auch sehr passend ist zu Stimmungen, zu geschilderten romanhaften Realitäten, die man sich gut zu den jeweiligen Romanfiguren vorstellen kann. Bei vielen Übersetzungen finde ich es traurig, wie holprig das Deutsch der Übersetzer*innen da oft daherkommt. Mitunter werden die Farben der Welten, die dargestellt werden, total verfälscht. Wenn sowas passiert, dann gebe ich ein Buch leider auch mal ungelesen weiter …
    Hab einen schönen Abend, liebe piri!

    1. piri sagt:

      Keine Ahnung, ob dir das Buch gefallen würde – ich mag die Sprache von Cognetti und übersetzt scheint es gut zu sein.

      Bücher, die mich nicht packen, kann ich auch schon mal absichtlich in der Badewanne ertränken.

  2. mona lisa sagt:

    Hört sich interessant an.
    Habe jahrelang „Schwarz“ getragen und wurde als black lady bezeichnet.
    Manche hat das „Schwarz“ zu Spekulationen gereizt. Ich fand’s spannend.
    Im Moment experimentiere ich auch mit Farben.
    Herzliche Grüße

    1. piri sagt:

      Mir steht schwarz überhaupt nicht, darin sehe ich aus wie ‚ausgekotzt‘. Aber ich kenne einen interessanten Mann, der nur schwarz trägt und das hat was geheimnisvolles!

  3. dergl sagt:

    Ich habe lediglich aufgehört fast ausschließlich schwarz zu tragen, als ich negative Bemerkungen und unrichtige Behauptungen darüber in Akten gefunden habe – was Behörden sich halt so einfallen lassen, um irgendwas nicht zu genehmigen (entweder mir selbst oder M.). Ich komme ja tatsächlich aus der Gothic-Ecke. Ich bin dann auf grau oder gelegentlich grün umgestiegen und da wird zwar weniger rein interpretiert, aber es verwirrt die Leute zum Teil massiv. Was okay ist, ich bin genug Kompromisse eingegangen, was das angeht. (Einfarbig grün scheint mehr Verwunderung auszulösen als mein roter Südwester-Regenhut zu der blauen Regenjacke, womit ich laut den Kita-Kindern aus der Nähe aussehe wie Paddington-Bär, was mir aber nicht bewusst war. Es ist zufällig ein roter Hut, weil er gepasst hat.)

    1. piri sagt:

      GrinS

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