Gibt es unter den etablierten Schriftsteller*innen nur Akademiker*innen? Mir scheint das so? Unter hochdekorierten Schreibern (in mag nicht immer gendern) finde ich selten welche, die nur einen Hauptschulabschluss haben. Oder irre ich mich?
Veröffentlicht von piri
Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein.
In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder.
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3 Gedanken zu „mir drängt sich eine Frage auf“
Kommentare sind geschlossen.
Sonja sagt:
Ist dir das denn wichtig?
Liebe Grüße von Sonja
piri sagt:
Ja, ein bisschen schon. Denn ich denke, dass sogar Hauptschüler eine Chance haben sollten – sie haben eben aber nicht das nötige Know-how in der Hinterhalt.
dergl sagt:
Nein, du irrst dich nicht. Das ist so. Ohne Abitur und möglichst literaturrelevantes Studium hast du heute sehr schlechte Karten. Zumindest bei klassischen oder Publikumsverlagen, bei Indies findest du eventuell noch die eine oder andere Ausnahme, aber auch kaum noch. Auch in Literaturmagazinen so gut wie nie, man muss fast immer eine Vita miteinreichen und in meiner persönlichen Erfahrung war relativ ein K.O.-Kriterium, dass ich keine Akademikerin bin (das andere war, ich habe keinen nennenswerten Social Media-Account). Dincer Güncyeter, der dieses Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse bekomme hat, ist im Hauptberuf Gabelstablerfahrer, mehr „exotik“ verträgt das Publikum anscheinend nicht mehr und was sich nicht verkauft, wird nicht gedruckt. Je nach Genre findet man auch noch unstudierte Leute im Selbstverlag, aber dafür muss man in die Materie einsteigen, denn auch da: sehr wenige. Hauptschüler*innen gibt es in dem Bereich schon lange nicht mehr. Selbst die Anthologien in Einfacher Sprache sind von renommierten studierten Leuten, da ist keine einizige betroffene Person oder wenigstens wer, für die*den nach der Mittleren Reife Schluss war bei.
Das alles liegt aber auch daran, dass die Kurse, Workshops etc., die man braucht, um das Handwerk zu erlernen für nichtakademische Menschen nicht zugängig oder nicht finanzierbar sind. Da danke ich Leuten wie Lena Richter (ob die studiert hat weiß ich gerade nicht, ich weiß sie ist Anwalts- oder Notargehilfin), die letztens zwei Plätze in ihren Schreibworkshops für Menschen, die es sich nicht leisten können verschenkt hat.