Kategorie: Behinderung

telefonieren & mehr

❄️

Schnee gab es hier auch – aber nicht viel. Reicht nicht zum Schneemann bauen. Gestern habe ich viel telefoniert und heute wird es noch einmal ein Marathon. Es geht um die Schmerztherapie der Junioren und um das Licht im Tunnel wegen der Mutter-Kinder-Kur. Alles noch nicht richtig spruchreif – und dann muss ich ja auch meine Farben herausholen …

Asperger und Kritik äußern

Jetzt sitze ich hier und habe Bauchgrummeln. Aller-, allerheftigstes Rumpeln in der Magengegend. Nicht nur vom Gebäck, das mir eine Freundin vorbeigebracht hat. Das auch, aber vor allem wegen dem Hefegebäck. Sie war so stolz darauf und es war so schlecht, nicht ein bisschen fluffig und locker, sondern fest und völlig geschmacklos. Eher noch schmeckte alles nach Hefe und Mehl.

Wir wollten heute Nachmittag backen. Die Helferfreundin meinte, sie hätte herumexperimentiert und kleine Schneckchen mit Marmeladenfüllung gebacken. Am Montag kam sie damit an, gab uns ein Versucherle, welches sie vorher eingefroren und dann wieder aufgetaut hat. Auch das war schon grenzwertig – ich schob es aber darauf, dass Hefegebäck nicht gerne eingefroren wird. Heute um halb elf hat sie abgesagt. Sie kommt nicht, hat Rückenschmerzen. Um kurz nach halb elf stand sie vor meiner Haustür und hatte eine Dose in der Hand – mit Probierhefeschnecken. Welche mit Zimt und Frischkäse. Frischkäse habe ich nicht geschmeckt und Zimt auch nicht! „Na, wie schmecken sie dir?“ Und nun war ich in der Bredouille. „Hmmhm, sie sehen ganz anders aus, als ich Hefeschnecken kenne. Was ist da drin?“ Ich konnte nicht sagen, dass mir diese Dinger nicht schmecken. Es fällt mir immer schwer, jemanden zu kritisieren. Ihm oder ihr zu sagen, dass mir das oder jenes nicht passt, nicht gefällt oder nicht schmeckt. Es ist verdammt schwer, ohne zu verletzten, jemanden ehrlich zu sagen, was ist! Ich konnte ihr nicht ins Gesicht sagen, auch nicht verklausuliert, dass mir das Gebäck überhaupt nicht schmeckt. Ganz abgesehen davon, dass ich enttäuscht war, dass sie mir so kurzfristig absagt.

Das Töchting hat eine Schnecke probiert und sofort wieder ausgespuckt. Es liegt also nicht an mir. Der Kerle hat nur dran gerochen: „Igitt, sowas esse ich nicht!“ Aber darum geht’s nicht! Es geht darum, dass ich nicht, ohne wie meine Mutter zu sein (verletzend), jemanden sagen kann, dass mir dies oder jenes nicht passt!

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Hier steht gerade ein Hefeteig warm. Er geht wunderbar auf. Mit viel Butter und gutem Mehl. Ich bin nämlich der Meinung, an Zutaten darf man beim Essenmachen nicht sparen – wir backen am Nachmittag Zimthefeschnecken und die machen mir garantiert keine Bauchschmerzen. Die werden schön fluffig und locker. Aber damit mein Problem noch lange nicht vom Tisch, denn die Helferfreundin kommt sicherlich noch einmal drauf zurück und will Hefeschneckchen mit den Junioren backen …

nix los | gar nix

Menno, was ist bloß los? Corona schafft mich! Schafft uns alle! Bringt mich zum Wahnsinn. Bringt mich aber nicht dazu, mich aufzuraffen und mal wieder den Pinsel in die Hand zu nehmen. Die Schere, die ich für die Scherenschnitte brauche, ist irgendwo – nur wo? Aber das schöne Papier ist eh verbraucht. Haben die Junioren bemalt und mit ihren Scheren klein geschnippelt. 

Schnee gibts hier keinen, nur Matsch und Regen. Obstsalat mag ich keinen mehr essen, den hatten wir jetzt drei Tage hintereinander. Ebenso Hefeschnecken, in verschiedenen Variationen: süß mit Zimt, als Pizzaschnecken, mit Marzipan und mit Marmelade. „Marmelade ist nix!“, sagt Carsten. „Viel zu süß!“, sagt Wiebke. Ich mag sowieso keine Marmelade, aber was tut man nicht alles, um anderen Leuten zu gefallen?

Mich kotzt dieses Nixtun an. Noch dazu huste ich mir wieder […] ach, ihr wisst schon! In der Werkstatt ist auch nix los. Keine Arbeit, keine Beschäftigung, keine Logopädie und ganz wenig Physiotherapie. Wenn ich den Kerle frage, warum er so schief auf dem Rolli sitzt, sagt er: „Es ist nix!“ Ob er Schmerzen hat? „Nö“, sagt er und nach der Schmerztablette rückt er damit raus, dass es ihm fast den Rücken zerrissen hätte. Das Töchting ist gestern freiwillig – und das will was heißen – zwei Stunden im Bett gelegen und hat Mittagsschlaf gemacht. Dafür hat sie nachts noch gesungen!

Es wird Zeit, dass wir außer nix mal wieder was anderen tun können und nicht nur backen, basteln etc. pp.

Copyright © 2026 voller worte

Theme von Anders Norén — ↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.