Behinderung, Gedanken

Zeit für das schwarze Kleid

Es steht mir gut, nur mag ich die schwarze Strumpfhose dazu nicht!

„Die Einschläge kommen näher!“ Das hat MamS vor Jahren gesagt, bei ihm hat es ja schon eingeschlagen. Jetzt hat es einen Freund getroffen! Ich mag nicht, werde aber sehr gerne und mit großer Hochachtung zur letzten Feier gehen. Werde Abschied nehmen und demutsvoll das Leben feiern.

Die Junioren wollen vom Tod nichts mehr wissen. „Mama es nervt, lass mich in Ruhe!“ Wiebke ist schonungslos und Carsten verzieht sich hinter sein Tablet. Mich berührt es sehr. Je älter ich werde, umso mehr pocht unser aller Endlichkeit an die Tür. Die letzte Ballonblume blüht. Die ersten Blätter fallen. Die Weinlese ist im vollen Gange. Morgens perlen die Spinnweben. Manche Jacke wird in der Werkstatt vergessen, weil es mittags doch wieder warm ist. Abends flackern die ersten Kerzen und ich denke wieder einmal zu spät dran Holz für den Kamin zu bestellen. Noch sind die Sofa nicht umgestellt und wir gucken und lassen uns begucken…

Herbst wird´s – sowohl, als auch!

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*-  In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

Ein Gedanke zu „Zeit für das schwarze Kleid“

  1. mijonisreise sagt:

    Ich kann deinen Ausführungen nur zustimmen.

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