wohlwollend unverstanden

Meine Zeit rennt. Ich stehle mir ein paar Minuten und weiß, dass sie mir später fehlen. Dass ich, wenn wir heute Nachmittag zur  Nachgeburtstagsfeier einer Helferin gehen, bei der Pflege und Vorbereitung in extremen Zeitdruck gerate. Es wird eng. Dumm ist, dass ich meine gestohlenen Momente nicht wirklich genießen kann. Die innere Anspannung ist zum Platzen gefüllt. Immer auf dem Sprung zu sein, lässt keine Ruhe zu.

Pflegende Angehörige kennen das Phänomen, aber drum wissen und abstellen sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

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Mein Tagesablauf ist völlig konträr den euren gegenüber, fast jedem anderen Menschen gegenüber, der/die niemanden pflegt. Wir können uns gegenseitig noch so viel bemühen und zu verstehen versuchen, wir können es nicht nachvollziehen. Ich nicht, wie es ist Homeoffice zu machen und gelegentlich ins Büro gehen und ihr nicht, welche psychische Anstrengung zur physischen es ist, die Junioren bei Laune zu halten. Wir dürfen alle nicht vergessen: die Beiden sind erwachsen und wollen nicht wie Kinder angesehen und behandelt werden. Da kommt der Begriff Ableismus wieder. Sie sind ‚selbstständig‘, obwohl sie in jeder Lage auf Hilfe angewiesen sind. Mich nervt es, wenn wir bemitleidet werden. Mich nervt es aber auch, wenn Menschen zum Trost sagen, dass sie in bestimmten Dingen auch Hilfe gebrauchen. – So, und jetzt sagt, dass man es mir nie recht machen kann und dass es schwierig ist zu kommentieren!

Wir kennen uns nur virtuell und nur ein Bruchteil des Ganzen. Meine Beiträge sind Momentaufnahmen und im Kontext nicht vollständig. 

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Sorry fürs Kuddelmuddel: Fortsetzung folgt …

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein und habe Wünsche. In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ❤️ | ✨

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Kategorien: Behinderung, Familie, Gedankenchaos

4 Kommentare

  1. Das ist ein genialer Titel, der viel erklärt

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