Kuddelmuddelgedankenchaos hoch drei. Ich mache einfach weiter. Tatsächlich ist es mir egal, ob das hier jemanden erreicht. Ich habe ein Mitteilungsbedürfnis.

Es ist kurz nach fünf Uhr morgens. Ich bin wach, aus einem Albtraum heraus. Aufgewacht mit Bauchweh. So ein Bauchweh, das vielleicht vom Traum kommt, aber auch ein bisschen nach Kranksein aussieht.

Das Röntgen der Lunge hat gezeigt, dass der rechte Lungenflügel zu etwa einem Drittel nicht belüftet ist. Die Ursache sind vergangene Lungenentzündungen, eine neuerliche ist es jedenfalls nicht. Belastbar bin ich trotzdem nicht wirklich.

Zum Glück sind die Junioren genügsam. Sie sind zufrieden, können sich gut alleine beschäftigen. Würde ich ihnen allerdings nicht von Zeit zu Zeit etwas zu essen und zu trinken hinstellen, würden sie vermutlich auch nicht meckern, aber dann hätte ich noch mehr die Kacke am dampfen. Sie merken, dass ich krank bin. Wer es nicht merkt, sind die Bekannten von außerhalb. „Könntest du nicht den S abholen und dann am Nachmittag zu uns fahren?“ „Klar, mache ich.“ Ich Dussel. Ja, sage ich. Und habe mir schon wieder in ein fremdes Ei ins Nest gelegt.

Abgrenzung ist etwas, das ich nicht kann. Schon deshalb nicht, weil wir ständig ausgegrenzt werden oder wurden und das nicht auch noch selbst machen möchten.

Meine Träume kreisen ständig um ein gutes Miteinander. Darum, dass Menschen nach dem ersten Missverständnis die Flinte ins Korn werfen, ohne zu hinterfragen, woran es liegt und weshalb etwas nicht funktioniert. Ich weiß, dass ich sehr anspruchsvoll bin.

Aber ich mag keine esoterischen Gespräche über Wiedergeburt und Schicksal. Darüber, was angeblich vorherbestimmt ist. Das Leben wird gelebt, wie es kommt. Ob ich in einem früheren Leben eine Hexe war, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, oder ein Schmetterling im Wind des Himalayas, ist mir egal. Ob meine Kinder in einem früheren Leben vielleicht etwas Schlimmes angestellt haben und nun dafür büßen müssen, ist mir ebenfalls schnurzpiepegal. Egal, was gewesen ist: Es ist gewesen. Ich kann es nicht mehr ändern.

Ich kann nur dieses Leben leben. Habe nur dies eine kurze.  Oder ich kann zumindest versuchen, es so zu gestalten, dass es ein gutes Leben ist, unabhängig davon, wie die Umstände sind.

Ich weiß nicht, ob das Themen sind, die kommentierbar sind. Wir sind fast davon abgekommen, einfach zu sagen, was uns auf dem Herzen liegt, ohne alles zu verklausulieren.

Mein Alltag hat mit eurem Alltag ungefähr so viel zu tun wie ein 2CV mit einem Monteverdi.

Ich möchte gar nicht bestreiten, dass wir Spaß haben. Und ich möchte auch sagen, dass wir finanziell ein Leben führen, das gut auskömmlich ist. Wir machen keine großen Sprünge, können nicht dorthin reisen, wohin wir gerne würden, aber wir haben ein schönes Zuhause.

Es tut mir leid, dass es hier keine besonders unterhaltsamen Geschichten zu lesen gibt. Aber ein Pflegealltag zu Hause ist leider selten unterhaltsam. Es ist Arbeit. Und zwar nicht einmal in erster Linie körperliche Arbeit. Ich wiederhole mich. Es ist vor allem kognitive Arbeit. Bei aller Gemeinsamkeit sind die Junioren zwei unterschiedliche Persönlichkeiten. Ich muss permanent umschalten, manchmal in weniger als einer Minute. Von einem Moment auf den anderen, weil das Töchting vom Batterienaustausch des Plappergei redet und der Kerle mir erzählen will, was er gerade von Kanada gehört hat.

Wenn dann noch eine weitere Person im Raum ist, die es wirklich gut meint, aber mein ganzes Konzept durcheinanderbringt, fange ich an zu rotieren. So geschehen am Donnerstag…

 

 

Kommentare unterliegen meiner Zustimmung! Alles was mich triggert, und das ist meine Entscheidung (auch wenn sich einige dann gekränkt fühlen), wird nicht freigeschaltet. ❤️ Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig! In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder.