Ich hab gar nicht die Möglichkeit zu streiken. Jedenfalls nicht bei den Junioren. Als pflegende Angehörigen muss ich immer präsent sein. Die einzige Möglichkeit ist, mich abzugrenzen, nicht immer jede Nachricht auf dem Handy sofort anzugucken und zu beantworten. Auch mal das Telefon klingeln zu lassen, wenn eine bestimmte Person das dritte Mal am Tag anruft.
Ein großes Problem, das mit der Vergesslichkeit und der vermuteten beginnenden Demenz einer Freundin habe ich ganz ad Acta gelegt. Einmal (öfter) angesprochen und als Hirngespinst abgetan, habe ich beschlossen, dass das nicht auch noch mein Thema ist. Ich mag sie – die Frau – und ich werde immer für sie da sein, aber mein Trouble ist es nicht.
Ansonsten haben mir Menschen – die mich nur aus der Ferne kennen – nachgesagt, dass ich kapriziös bin, launisch und eigensinnig. Meine Ehrlichkeit, die mich im realen Leben immer voll da sein lässt, fällt mir gerade auf die Füße. Ich mache mir Gedanken um eine ältere Bloggerin, die sich seit Tagen nicht gezeigt hat. Ist die Welt so schnelllebig, dass man so rasch vergessen wird? Sind wir alle Egoisten? Mich erschreckt das. Aus dem Auge, aus dem Sinn!
Kaum bist du nicht mehr in der Norm, wirst du negiert. Schade! Ich streike, wo ich kann – aber nicht bei der Menschlichkeit.
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