Behinderung, Kuddelmuddel

Mittwochnachmittag

Habe grad bitterlich geweint, als ich das Kiewer Sinfonieorchester auf dem Majdan in den Nachrichten spielen sah. Es hat mich überwältigt. 

Momentan habe ich eh am Wasser gebaut. Ein bisschen sorgen mich meine finanziellen Verhältnisse. Es ist nicht, dass wir zu wenig Geld haben. Wir schaffen das. Aber … , nee, das geht niemanden was an.

Zum neuen Proberaum müssen wir viel früher los – einmal durch die ganze Stadt. Zum Bahnhof in die nahe Autostadt mit den vier Ringen. Dort muss ich eineinhalb Stunden vertrödeln – im Sommer ist das hoffentlich einfacher.

Diese Angst, die Kriegsangst macht was mit mir, das ich nicht will. Bin eh ein angstbeladender Mensch, klettere Felsen hoch und steige auf Kirchtürme, balanciere auf Mauern – aber kaum kommt etwas, was ich nicht beeinflussen kann, dann ist die Angst gegenwärtig und ich bekomme Panik hoch drei.

Die Sonne scheint. Schöner Vorfrühling. Gar nicht einmal so kalt und morgen kommen Freunde zum spielen bei uns vorbei.

Veröffentlicht von piri

Ich danke fürs lesen. Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank! ✨ Bitte nichts kopieren und mein Urheberrecht berücksichtigen. ✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

12 Gedanken zu „Mittwochnachmittag“

  1. Reni E. sagt:

    Ich fand das Konzert auch sehr berührend. Diese Menschen sind so mutig und positiv. Deine Angst kann ich gut nachvollziehen. Mir geht’s auch so. Hoffentlich ist das bald vorbei.
    Liebe Grüße
    Reni

    1. piri sagt:

      Hoffentlich, denn dieser Krieg ist bei mir präsenter, als Corona.

      1. castorpblog sagt:

        bei mir auch

        1. piri sagt:

          Bei sehr vielen wahrscheinlich!

        2. castorpblog sagt:

          ja, leider

  2. Gudrun sagt:

    Corona war schon schlimm, aber da hatte ich vieles zum Dagegensteuern. Der Krieg raubt mir nicht nur die Worte, sondern auch Energie. Und das ist nicht gut.
    Das Konzert finde ich toll und mutig. Ich weiß, was Musik bewirken kann.

    1. piri sagt:

      Die Worte, die ich habe sind nicht gut – ich bin mürbe. An Leib und Seele!

  3. piri sagt:

    Für mich ist diese Angst existentiell. Dabei denke ich nicht, dass die Kampfhandlungen hier stattfinden werden. Ich kann es nicht greifen. Bei Corona hatte ich nie – auch am Anfang nicht – diese Panik!

  4. Gerhard sagt:

    Auch ich habe Angst, schon immer hatte ich Angstprobleme.
    Schon 1962, als mir ein Bauer auf dem Feld sagte: Die Russen kommen! hatte ich als kleiner Knirps 10 Tage Angst.

    1. piri sagt:

      Angst ist etwas irreales. Warum habe ich keine Angst auf der hohen Mauer oder beim Holzschnitzen – da kann ich mich sehr verletzen! Vielleicht fehlt mir das Quäntchen Urvertrauen.

  5. Sylvia sagt:

    das sah und hörte ich auch und die tränen liefen. mutig, trotzig, widerständig.
    manchmal denke ich: riesengroße verstärker aufstellen an den stadtmauern
    und wilde wilde gesänge und laute laute schöne musik
    abspielen und die angreifer umpusten – aber es würde wohl nix nützen. es ist
    halt „I have a dream“.

    1. piri sagt:

      Träume haben, dürfen wir doch – oder?

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