Allgemein, Behinderung, Kuddelmuddel

Gemeinschaftswerk

Die Junioren haben mit mir heute ein gemeinsames Kunstwerk erstellt! Carsten und Wiebke haben (mit Unterstützung) den Hintergrund gemalt und ich habe geschnitten.

Mit dieser Aktion hatte ich im Auge, dass wir etwas zusammen gestalten. Wenn schon keine Helferin da ist, so wenigstens ein Miteinander. Das hat insofern geklappt, dass wir zusammen kreativ waren. Allerdings mehr auch nicht! Es ist Sommer und da heißt es: Viel trinken! Ich rede mir den Mund fusselig. Weder Carsten noch Wiebke trinken. Dabei ist es mir völlig egal, was sie trinken. Aber sie trinken noch nicht einmal süße Limonade oder Cola. Von essen ganz zu schweigen. Heute Morgen – als beide noch im Bett beziehungsweise in der Badewanne waren – habe ich mit einer sehr netten Mitarbeiterin (ich gerate immer an sehr nette Mitarbeiter) der Krankenkasse telefoniert. Es ging einmal wieder um Carstens Esserei. Er kotzt zwar im Moment nicht, aber er isst auch nichts. Und – seit Montag hat auch Wiebke kein Mittagessen gegessen. Bei ihr besteht nicht die Gefahr, dass sie verhungert – aber schön ist das auch nicht!

Ich habe endlich 2 Adressen von Psychologen bekommen, die mit behinderten Menschen arbeiten. Allerdings beide ca. 60 km entfernt. Doch ich fahre auch die 60 km, wenn sie uns (denn es muss eine Familientherapie werden) nur nehmen. Einer der Therapeuten sagte mir – ich war sehr erstaunt, ihn an die Strippe bekommen zu haben – dass er sehr lange Wartezeiten hat. Es würde Spätherbst werden, wenn überhaupt, denn die Problematik sei sehr komplex und ob er das (!) leisten könne, könnte er am Telefon nicht beurteilen. 

Wiebke trink was! Carsten trink was!

Warum kann der Mensch nicht von Luft und Liebe leben? Es ist zum Mäuse melken. Wie dramatisch es ist, kann ich nicht in Worte fassen. Jedes Wort scheint übertrieben und hysterisch. 

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Ganz arg liebe Grüße schicke ich an den See. Von dort hat Carsten Socken bekommen – sie sind superweich. Bei Gelegenheit schreibe ich noch was dazu. Vorerst muss ich mich noch ein bisschen zum Hampelmann machen und die Junioren (wenigstens) zum Trinken animieren …

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*-  In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

7 Gedanken zu „Gemeinschaftswerk“

  1. B sagt:

    Das war ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt!

    Ich bin auch jemand, der nie genug trinkt. Mein Arzt empfahl mir, schärfer zu würzen und Obst zu essen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Scharf würzen, wäre ein guter Tipp für mich – aber ich trinke gut. Die Junioren würden mir das Essen vor die Füße kippen. Sie essen eh nichts und scharf würden sie noch weniger gerne essen! Obst geht auch nur – mangels Zähne und Fructoseintoleranz – als Brei. Passt schon, ich mache mich gerne zum Hampelmann!

  2. mo sagt:

    Schön und traurig zugleich. Schön, weil das Bild wundervoll ist und traurig, weil Trinken und Essen so wichtig ist und bei Euch das immer ein großes Problemthema bleiben wird.

    Viel Kraft und verliere Deinen Mut nicht, liebe piri.

    1. piri ulbrich sagt:

      Alles gut – alles Mut!

    2. Wechselweib sagt:

      Ein schönes Bild!

  3. socopuk sagt:

    Gelesen. Das Bild mag ich sehr, va weil der Schnitt aus dem Passepartout fällt bzw darüber ragt. Bzw fürs zeigen!

  4. christine b sagt:

    euer kunstwerk ist großartig geworden und gefällt mir sehr, auch die farben und die rahmung.
    das trink- und essproblem deiner liebsten ist wahnsinnig mühsam für dich und raubt viel kraft. drücke die daumen für eine gute psychologische behandlung, aber es sind leider so lange wartezeiten! 🙁

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