Kategorie: Gedanken

Schön war‘s

… und leider keine Bilder vom großen Fest!

Es waren mindestens vierzig Menschen, die mit uns gefeiert haben und alle (?) hatten Spaß! Die Junioren waren völlig platt und ich bin das jetzt. Emotional war’s schon eine riesige Anstrengung für mich. Aber ein Erfolg auf ganzer Linie.

Rede

Liebe Geburtstagskinder, liebe Gäste!

Oh menno, was hat mich bloß geritten, eine Rede halten zu wollen? Ich bin schrecklich aufgeregt.

Dass ich eine Rede halten wollte, für diese besondere Geburtstagsfeier, stand schon ziemlich früh fest.

Dass mir aber nichts eingefallen ist – Reden schreibe ich äußerst selten, eigentlich nie – das hat mich dann doch unter Druck gesetzt.

Okay, wo fange ich an?

Am besten damit, dass ich mich freue, dass ihr alle hier seid und dass ihr so zahlreich von nah und fern zu diesem Fest angereist seid. Ist es nicht toll, wie weit die Leute reisen, wenn es Kaffee, Kuchen, was zu trinken und Vesper gibt?

Heute feiern wir einen ganz besonderen Tag – den Geburtstag meiner wunderbaren Kinder. Es ist ein Tag voller Freude, Liebe und dankbarer Erinnerungen.

Lasst uns heute zusammen lachen, spielen und feiern!

Ob es die kleinen Schritte sind, die sie gemacht haben, oder die besonderen Momente, die wir gemeinsam erleben – jeder Augenblick ist kostbar. Gemeinsam haben wir Herausforderungen gemeistert und unvergessliche Abenteuer geteilt. Meine Junioren lehren mich, was es bedeutet, echte Stärke zu zeigen.

Der Kerle ist schon 50 Jahre alt und das Töchting 5 Jahre und 2 Tage jünger.

Vor 10 Jahren hatte Carsten seinen Schwabengeburtstag und ist bis heute nicht g‘scheit geworden. Manch einer kann sich erinnern. Es gab Flammkuchen satt.

Wiebke habe ich damals in die Hand versprechen müssen, dass sie auch eine große Geburtstagsfeier zum 40. bekommt. Aber Corona hat uns/mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Heute ist es soweit, heute feiern wir in erster Linie dich, Wiebke.

Lasst mich ein bisschen über die beiden erzählen, denn sie sind schon ein tolles Geschwisterpaar:

Einen runden Start ins Leben hatten beide nicht. Die Ärzte gaben ihnen wenig Chancen. Aber das focht sie nicht an und tut‘s heute noch weniger. Sie haben es allen gezeigt. Die Junioren sind zäh.

Sehr klein sind sie zur Welt gekommen und klein sind beide bis heute. Der Kleinste hat dafür die größte Klappe, aber das Prinzesschen, das anfangs gar nicht reden wollte, holt auf.

Dass Carsten zwei Tage vor ihr Geburtstag hat, findet Wiebke nach wie vor ungerecht und sie gratuliert ihm erst am Morgen ihres eigenen Geburtstages. Wiebke findet es blöd – und ein bisschen finde ich das auch – weil sie tatsächlich oft vergessen und hintenangestellt wird.

Die beiden sind ein eingespieltes Team in Mama ärgern.

Verbündete in jeder Lebenslage. Immer mit dem Schalk im Nacken. So ein Geschwistergespann gibt‘s nicht oft.

Carsten gibt den Ton an und kommandiert, Wiebke führt es aus und macht.

Geredet hat der Kerle schon immer viel. Inzwischen steht das Töchting ihm aber nichts nach.

Die können quasseln, ihr glaubt es nicht!

Aber ihr kennt sie ja, und wenn nicht, dann lade ich euch ein, sie kennenzulernen. Es lohnt sich.

Beide sind starke Persönlichkeiten.
Liebenswert.
Fröhlich.
Nervig.
Sehr diskussionsfreudig mit starken Argumenten.
Manchmal zickig.
Wütend.
Zornig.
Aber auch begeisterungsfähig.
Carsten ist ein Charmeur und sehr diplomatisch.
Wiebke, wenn sie lacht – dann kann ihr keiner widerstehen.

Sie sind mutige, freundliche, neugierige und sehr unternehmungslustige Menschen.

Ihr Leben war anfangs angezählt. Sie haben bewiesen, dass man darauf nichts geben kann.

Auf zum Ende mit dem Gestammel.

Ich wünsche uns viele weitere Glücksmomente und neue Abenteuer zusammen! Ich freue mich auf die kommenden Jahre mit euch allen, voll von Liebe und Freude.

Alles Gute, meine geliebten Kinder!

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vorher

Eine halbe Stunde hinsetzen, bevor die ersten Gäste aufschlagen. Fünf Minuten durchschnaufen nach dem Baden der Junioren, Wiebkes Haare föhnen, Carsten rasieren, Pipibett abziehen und neu richten.  Zwei Gästebetten – ich danke meiner Freundin, dass sie auch Leute aufnimmt – mich anziehen, schminken (ich möchte doch schön sein), das Töchting beruhigen und den Kerle zappeln lassen …

70 sein

Boa, nee – nicht siebzig sein. Das Alter ist doch egal und ich bin ja  noch nicht siebzig!

Als ich zwanzig war, ist Carsten geboren – halt stop – ich war ja noch nicht mal 20. Aber auch da hatte ich einen Kopf voller Ängste. Es ist so beschissen, diese Angst, das ständige Bauchweh der Kindheit – nicht in die Schule gehen zu wollen und deswegen krank zu sein.

Ich war damals stark – ich bin heute stark, ich bin immer stark; aber ich hasse es, diese Fassade aufrechtzuerhalten. Es kostet mich so viel Kraft! Niemand mag mich am Boden sehen, ich am allerwenigsten.

Ich lasse mich nicht gehen, will das auch gar nicht, will nur endlich leben. Leben, ohne schlechtes Gewissen zu haben – den Junioren gegenüber, auch sonst niemanden und möchte nicht enttäuschen. Ich versuche herauszufinden, was mein Gegenüber will und verleugne mich. Niemand kann immer das machen, was er will, aber ich mache meistens das, was die anderen wollen. Manchmal ist es auch schwierig, das durchzusetzen was ich will, weil es eben mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Ins Konzert gehen z. B.

„Du musst doch bloß was sagen, ich gehe mit!“ Damit ist es nicht getan; das ist das geringste Problem. Im Vorfeld muss ich die Junioren überzeugen – jeden einzelnen, muss einen Konsens finden, beide müssen einvernehmlich wollen oder zumindest nichts dagegen haben. Dann kommt die Logistik ins Spiel; sind sie richtig angezogen, habe ich Ersatzwäsche, Windeln, was zu trinken, Trinknahrung? – Uups vergessen! Habe ich überhaupt Rollikarten besorgt – ich muss den Kerle und das Töchting ins Auto setzen, fahren und alles Drum und Dran. Da ist die Begleitung ein Klacks! Denn auf dem Konzert geht diese nicht mit Wiebke aufs Klo oder wickelt Carsten.

Alleine gehe ich auf kein Konzert, denn das macht mir keinen Spaß. Ich käme mir als Verräterin vor und als Egoistin – die Junioren wollen doch auch leben und Spaß haben!

∙∙∙∙∙

Ach, nennt man sowas Torschlusspanik? Oder Prokrastination, weil ich doch die Rede schreiben muss?

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