Kategorie: Gedanken

weinen

Das ist die schlimmste verlorene Liebe, die zu sich selbst. Da darf, ja muss man schon mal weinen.

Die Frage, ob ich mich wirklich selber liebe, stelle ich mir immer wieder. Manchmal muss ich mir eingestehen, dass ich das nur bedingt tue. Ich habe gelernt, dass ich nicht wichtig bin. Mir wurde es immer und immer wieder gesagt. Auch in der Pflege der Junioren vergesse ich oft die Liebe zu mir selbst. Verdammt, es fällt mir schwer weiter zu schreiben …

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10:42 Uhr – Dies Blog ist wie eine Offenbarung, gerade jetzt im Moment, meine Kinder sind versorgt, es geht ihnen gut; in diesem Moment sitze ich am Tisch und habe wacklige Beine und bin in jeder Faser voller Angst. Es ist kein kokettieren, es ist harte Realität und die Liebe zu den Junioren überwältigt mich und allein bin ich damit völlig überfordert.

zweifeln

Ich zweifle immer! Hab ich in einem Kommentar geschrieben. Manchmal bin ich auch am verzweifeln. An den Umständen meistens. Daran, dass ich so vieles nicht kann. Und dann probiere ich’s erst gar nicht. Dumm ist das, hätte MamS gesagt: „Versuch‘s doch wenigstens erst einmal. Du kannst, wenn es nicht geht, immer noch aufgeben! Dann aber mit erhobenen Kopf!“

Ich zweifle, ob ich was zu sagen habe. Ist nicht schon alles gesagt worden? Muss ich zum fünfundvierzigsten Mal das auch noch sagen? Mit anderen Worten? Aber wahrscheinlich machen es genau die anderen Worte aus…

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16:34 Uhr – Ich muss aufpassen, ganz dringend sogar, dass ich nicht in meiner Traurigkeit und den Selbstzweifeln erstarre. Die Junioren tun ihr Möglichstes mich rauszureißen. Gerade eben haben wir Ela ausgelesen! Also wird unser nächster Ausflug in ein Planetarium gehen. Über schwarze Löcher – ihr wisst, für mich sind die unergründlich – wollte der Kerle so einiges erfahren. Wiebke wollte eher wissen, ob man mit Rollstuhl ins All fliegen kann.

vermissen

Technisch bin ich in manchen Dingen ein absoluter Laie. So habe ich seit kurzem einen WLan-Drucker. Ja, aber – jetzt kommt mein großes ABER, wenn die Internetverbindung unterbrochen ist, dann kann der Drucker nicht drucken. Aber da muss man erst mal draufkommen, denn so eine Fehlermeldung kommt nicht.

In solchen Situationen schwitze ich immer Blut und Wasser und vermisse MamS sehr. Er war immer ruhig und hat’s erst einmal gerichtet und mir anschließend erklärt, warum das nicht ging und wie ich es selbst machen kann.  Bis ich dieses Formular ausgedruckt hatte – heute Morgen – hab ich Bauchschmerzen gehabt. Die nächste Hürde ist, dass ich das Formular ausfüllen muss! Ein Fragebogen von einer Universitätsklinik. Einer, der überhaupt nicht auf Carsten und Wiebke passt. Sie wollen z. B. die Syndrom-Diagnose haben. Ja, bravo, das will ich doch gerade von denen haben. Auch dabei vermisse ich MamS. Er war nie so unkonzentriert. Vor Formularen habe ich sowieso Angst. Das ist auch so ein Asperger-Ding, ich bin damit überfordert!

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Um nicht weiter völlig durchzudrehen, lasse ich die Virenprüfung laufen und gehe noch mal in den Garten, mir dort dreckige Hände holen.

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