Behinderung, Familie, Gedanken

Spruch | Ende August

Wir legen uns unsere Lebensgeschichte im Kopf so zurecht, dass sie uns schlüssig erscheint. Diese Erinnerungen formen unsere Identität.

Alle unsere Erinnerungen sind verklärt. Das war mir gestern wieder einmal sehr bewusst, als ich mit Carsten über seine Konfirmation sprach. Der Kerle hatte ganz andere Geschichten im Kopf, hatte ganz andere Erzählungen für ein und dieselbe Begebenheit. Seine Kuchen waren viel größer und sein Spruch: „Wann gibt es endlich die Geschenke?“, hat er, seiner Meinung nach, nicht in der Kirche gesagt – das ist ihm im Nachhinein nämlich auch peinlich!

Aber es war so. Direkt nach dem Vater Unser hat er, das Mikrofon noch vor seiner Nase, diesen herzerfrischenden Spruch gebracht. In der Kirche wurde es auf einmal sehr heiter …

In Zeiten, wie diesen, wo alles auf mich einstürmt und ich nicht richtig abschalten kann, wo ich jede Fliege sehe, wo ich jeden Menschen, der mir begegnet genau beobachte, wo mir vieles zu viel wird, da brauche ich fröhliche, nette Erinnerungen – und wenn sie verklärt sind, dann ist mir das im Moment völlig egal!

Gedanken, Kuddelmuddel, Kuddelmuddel, Musik

eigentlich sollte ich singen

Es gibt Lieder, die fröhlich klingen und dennoch traurig sind. Heute morgen habe ich gesungen. Ein gutes Morgenlied, das ich als angehende Erzieherin gelernt habe – so lange habe ich es nicht mehr gesungen. Wird Zeit, dass es wieder passiert! Denn, wenn ich singe, dann geht’s mir gut. Auch wenn es vielleicht fröhliche Lieder mit traurigen (eigenen) Texten sind.

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Halb zwölf: Noch ein Morgenlied!