Sonne und sonne

Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie Kinder Carsten anstarren! Sich lustig machen und lachen – Carsten auslachen!
Wenn dann noch die Mütter kommen und mich anmachen, weil ich ihren Kindern gesagt habe, dass Carsten kein Ausstellungsstück ist – ihre Kinder doch nur neugierig gewesen wären, dann ist dieser Schei.tag nur noch für die Tonne.

Dabei hatten wir gestern einen, der fröhlicher und schöner nicht hätte sein können – abgesehen vom Tatort und meiner erbärmlichen Dampflokschieberei, die heute in Atemlos durch den Tag begann und auch so endet!

Pipi Langstrumpf

Schüchtern

Im Wohnzimmer der Familie Settergren saßen drei vornehme Damen und Thomas und Annika und ihre Mutter. Es war ein herrlicher Kaffeetisch gedeckt und im Kamin brannte ein Feuer. Die Damen plauderten ruhig und leise mitein­ander, und Thomas und Annika saßen auf dem Sofa und blätterten in einem Album. Alles war so friedlich. Aber plötzlich wurde der Friede gestört.
„Gebt Acht!“
Ein durchdringender Ruf kam aus der Diele, und im nächsten Augenblick stand Pippi Langstrumpf auf der Schwelle. Sie hatte so laut und so unerwartet geschrien, dass die Damen in die Höhe fuhren.
„Abteilung vorwärts marsch!“, ertönte der ­nächste Ruf, und Pippi ging mit taktfesten ­Schritten auf Frau Settergren zu.
„Abteilung halt!“ Pippi blieb stehen. „Arme vorwärts – streckt!“, schrie sie und ergriff mit beiden Händen Frau Settergrens eine Hand und schüttelte sie herzlich.
„Knie – beugt!“, schrie Pippi und machte einen schönen Knicks. Dann lächelte sie Frau Settergren an und sagte mit ihrer gewöhnlichen Stimme:
„Ich bin nämlich sehr schüchtern, und wenn ich mich nicht selber kommandiere, dann würde ich in der Diele stehen bleiben und nicht wagen hereinzukommen.“

Astrid Lindgren