erschüttert

Das hat mich dann doch schon sehr erschüttert, als eine Freundin mir sagte, dass nun der Pflegedienst 3mal täglich zu ihrem Vermieter kommt. Der Mann ist 75 Jahre alt! Sie sagte: „Dann muss er halt schon um 8 ins Bett, nachher wird es so viel teurer!“ Wo bleibt da die Selbstbestimmung und die Menschenwürde?

Aber eigentlich müsste ich abgeklärt sein, muss doch ein Pflegedienst Minutengenau abrechnen. Mit der Stoppuhr gehen sie zu den Patienten …  Mir ist Angst und Bange – und wenn jetzt noch einer kommt und ich doch nur Hilfe annehmen soll, dann fange ich an zu schreien.

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

7 Gedanken zu „erschüttert“

  1. ja es ist erschütternd und schon extrem für die patienten, da gebe ich dir recht!
    aber es geht nicht anders. auch pflegekräfte, die sowieso oft körperlich und psychisch am limit sind weil es extremen mangel an ihnen gibt, haben das recht, abends nach 20/21h zuhause zu sein bei ihren familien. ich weiß es von meiner schwester, die jahrzehnte eine pflegekraft war, wie sehr solche dienste an der eigenen gesundheit zehren.
    irgendwann abends ist schluß. ist es das nicht, werden immer weniger diesen beruf ergreifen. gibt ja jetzt schon viel zuwenig. traurig aber wahr.

    1. Kann ich verstehen, dass fürPflegekräfte irgendwann einmal Schluss sein muss. Aber, es gibt genügend Schichtarbeiter, die abends und nachts Autos zusammenbauen – warum gilt das nicht für Menschen? Der Beruf muss besser bezahlt werden, Anerkennung bekommen und der Mensch – jeder Mensch – muss im Mittelpunkt stehen!

  2. Den Pflegekräften kann man keinen Vorwurf machen. Sie haben die Abrechnungsfestlegungen nicht erstellt. Ich kenne viele, die nicht so arbeiten möchten und darunter leiden.

  3. Was für eine „Familientherapie“ würdest du dir denn vorstellen?
    Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es eine „Gesprächstherapie“ für geistig behinderte Menschen gibt … Man kann nur das Angebot annehmen, was angeboten wird.

    Die Politik wird nie was wirklich an der Pflege ändern, da pflegebedürftige Menschen nur Kosten verursachen und leider wird sich somit nicht wirklich viel verändern, dazu kommt, es gibt immer mehr Single Haushalte oder Menschen, die keine Angehörigen mehr haben – die können nur das in Anspruch nehmen, was angeboten wird – ggf. leider Pflegeheim 🙁

    1. Natürlich kann man nur das annehmen, was vorhanden ist. Aber es gab auch mal keine Autos oder Handys und meine Junioren können reden und sprechen und so stelle ich mir eine ‚normale‘ Familientherapie vor. Und wenn Menschen nichts mehr wert sind, dann sind wir nicht weit genug vom Dritten Reich entfernt!

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