Morgenkuddelmuddel

Morgens, lange noch nach dem Aufstehen, sind meine Augen winzig klein. Viele knittrige Falten umspielen meine braungrüne Seele. Tiefgründig ist etwas anderes, weitsichtig auch! Langsam und sehr leise muss der Tag beginnen. Jedes noch so sanfte Schreien lässt meine Iris kniepern und eine weitere Falte belebt mein Gesicht. Ich kann die Jahre nicht verleugnen, will es auch nicht – hätte nur zu gerne wenigstens keine dunklen Augenringe.

Es macht alt, sieht alt aus, gibt sich aber mit Tageszeit und Creme. Cremes sind überhaupt etwas Feines. Zum einen gibts Gratisstreicheleinheiten und die obere Hautschicht wird aufgepolstert. Falten werden geglättet und mit etwas Farbpigmenten drin, kann man Unreinheiten kaschieren.

Ich werde das jetzt mal machen, besonders die Schmunzelfalten – von denen einige bei mir meinen, dass es überkritische Zeichen wären. Egal, ich schmink mir jetzt ein jugendliches Lächeln ins Gesicht …

Veröffentlicht von

petra ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

5 Gedanken zu „Morgenkuddelmuddel“

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