Behinderung, Junioren, Kuddelmuddel

Mischgefühle

Nein, zum Krieg will ich nichts schreiben! Viel zu aufwühlend. Angst habe ich keine, dass diese Eskalation zu uns rüberschwappt, sehr emotional bin ich. Immer wieder laufen mir Tränen und wenn Carsten fassungslos fragt, dann weiß ich oft keine Antwort für ihn, weil ich ja für mich selbst keine habe.

Dann ist dieses schöne Spaziergehwetter mit wärmender Sonne und ich vergesse für einen Moment die frierenden Menschen an der ukrainischen Grenze. Wir singen und freuen uns.

Dann kommt ein unerwarteter Anruf: der Proberaum der Band muss für Flüchtlinge geräumt werden. Ganz nah kommen sie. Sie sind nicht mehr weit weg. Ist es der Krieg auch nicht? Ein neuer Proberaum ist schon gefunden – vielleicht sogar besser, weil an einem Jugendzentrum angeschlossen. Allerdings noch weiter weg vom Dörfchen.

Aber die Flüchtlingskinder können ja noch nicht einmal zur Schule gehen und ich mache mir Gedanken ums Musik machen.

Alles relativ – und die Coronazahlen steigen auch wieder …

19:28 Uhr Nachtrag am Abend: sämtliche Technik im Haus macht das, was es will und das deckt sich nicht mit dem, was ich will! Die Junioren reden beide! Nicht miteinander. Eher gleichzeitig mit mir. Das Töchting in ihrem Zimmer, der Kerle auf dem Teppich und beide heute sehr undeutlich, fast schon nörgelig. Beide Tablet mucken – die Herrschaften hatten vergessen die Dinger aufzuladen.  Jetzt geht es nicht schnell genug und: „Mama kannst du das nicht beschleunigen?“

Veröffentlicht von piri

Ich danke fürs lesen. Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank! ✨ Bitte nichts kopieren und mein Urheberrecht berücksichtigen. ✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

4 Gedanken zu „Mischgefühle“

  1. piri sagt:

    Hmmm – das ist ja nicht das einzige!

  2. dergl sagt:

    Vielleicht – irgendwann – könnt ihr zusammen Musik machen, die Band, die jetzt den Raum wechseln muss und die geflohenen Menschen. Die Sendung mit der Maus hatte vor ein paar Tagen ein Sharepic, auf dem erklärt war, dass laut singen das Angstzentrum im Gehirn blockiert und die Leute können das bestimmt, wenn sie angekommen und sich ein bisschen eingewöhnt haben gebrauchen, zumal ja vermutlich Kinder dabei sind. Wenn denen das helfen kann, brauchst du dir keine Sorgen zu machen, dass du dir jetzt vielleicht um ein sogenanntes Luxusproblem den Kopf zerdenkst.

    Bei uns habe ich noch nicht mitbekommen, dass Leute angekommen sind, aber es gehen in den Lokalmedien viele Hinweise durch, wohin man spenden kann.

  3. ¨Marion Eve Stöckli sagt:

    Alles ist wie es schon einmal war. Gott behüte, dass es auch so weiter geht, wie es schon einmal war. Kann die Menschheit nicht lernen?
    Fassungslos, sprachlos, traurig wie viele mit uns!

  4. Reni E. sagt:

    Ich bin mir nicht so sicher, dass die Eskalation nicht zu uns rüberschwappt. Wenn P. merkt, dass er den Krieg nicht wirklich gewinnen kann, schlägt er um sich, denn er ist ein ganz schlechter Verlierer…
    LG Reni

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