Gedanken

feige

Die Angst vor der Ablehnung anderer macht feige!

Ich möchte gemocht werden. Dadurch passe ich mich aber viel zu oft meinem Gegenüber an. Mein Streben, dazuzugehören, entfernt mich immer mehr von mir selbst. Ich werde assimiliert! Ich nehme von anderen Signale auf, mache sie zu meinen und handle danach und merke gar nicht, dass ich mich selber fremdsteuere. Wer bin ich eigentlich? Wem muss ich mich anpassen? Was ist falsch an mir? Weshalb habe ich mich jetzt schon wieder verbogen? Ich habe das Gefühl, ich kenne mich nicht mehr mit und in mir selber aus.

Meine Anpassung an andere geht manchmal sogar so weit, dass ich  – einem Sportverein gleich – mir die gleiche Kleidung anziehe wie meine Begleiterin, obwohl mir diese gar nicht gefällt! Ich will das nicht mehr. Ich möchte eigenständig sein und – im übertragenem Sinn – auch mal in die Hose pinkeln, weil ich diese nicht mag! Wenn ich mich einer Gruppe anpasse, gehöre ich doch nicht automatisch gleich dazu. Ich bin doch dann nicht authentisch und einem Chamäleon gleich. Will ich ein Chamäleon sein? Will ich mich immer nach anderen richten? Meine eindeutige Antwort ist nein!  Dazu brauche ich Mut und darf auf keinen Fall mehr feige meine eigenen Bedürfnisse anderen unterordnen.

Ich gehe jetzt los und kaufe mir neue Klamotten, schmeiße die Sachen weg, die ich mir gekauft habe, um anderen zu gefallen!

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*-  In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

11 Gedanken zu „feige“

  1. Carlie sagt:

    Ich kenn das womöglich. In diesem Sinne in die Hose pinkeln macht Spaß!
    Und ich hab das Gefühl, dass Leute einen dafür mögen, wenn man unangepasst, aber echt ist. Zumindest die wichtigen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Macht Wiebke jedenfalls so! Ich jetzt auch!

  2. gerda kazakou sagt:

    mit den Sachen, die du dir jetzt kaufen wirst, wirst du wiederum anderen gefallen – oder eben auch nicht. “Die anderen” sind ein sehr gemischte Truppe. Hauptsache, du gefällst dir selbst darin.

    1. piri ulbrich sagt:

      Ja, aber ich gehe mit der Prämisse los mir Sachen zu kaufen, die mir gefallen und nicht gleich mit der Absicht darin anderen zu gefallen!

  3. mijonisreise sagt:

    Viel Spaß beim einkaufen

  4. B sagt:

    Genau so sollte es sein. Du wirst nie allen gefallen. So ergeht es jedem. Letztendlich geht es auch darum, authentisch zu sein.
    Meiner Meinung nach und so lebe ich, passe ich mich nur an, wenn ich damit leben kann und es sich gut anfühlt.

  5. Der Emil sagt:

    Mutig, das mit den Klamotten.

    Ich hoff, Du hast das richtige gefunden.

  6. PaulaPaula sagt:

    Na sowas, Du kannst Dich auf jeden Fall so verhalten, dass man denkt, Du wärest authentisch und nicht angepasst. Du bist auf jeden Fall immer wieder für eine Überraschung gut.

    1. piri ulbrich sagt:

      Bei manchen Menschen bin ich auch sehr authentisch! Bei ihnen brauche ich mich nicht zu verbiegen…

  7. christine b sagt:

    hallo petra, ich habe folgenden bericht mal gelesen, als ich wegen eines jungen mannes auf “aspergerrhemensuche” war. ich finde da steht viel drinnen, was du auch öfter mal schreibst und das dich verunsichert. vielleicht magst du das lesen.
    https://www.autismus.ch/autismus-spektrum-stoerungen-summary/artikel-zum-thema-ass/leben-unter-der-tarnkappe.html

    ganz liebe grüße, total cool ist es, dass du dir nun neue klamotten kaufen gehst, die dir gefallen!

    1. piri ulbrich sagt:

      Ein paar Sachen habe ich gekauft und ich gefalle mir auch drin! Und den Bericht lese ich jetzt gleich …

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