Kuddelmuddel

es ist, wie es ist

Machen wir das beste draus!  – Mein Husten ist zurück und mir ist deswegen schwummrig. Ich horche in mich hinein und weiß, dass es der gleiche ist, den ich monatelang hatte. Vermutlich liegt es daran, dass ich kein Antibiotikum mehr nehme, denn die Lungenentzündung ist ja noch nicht ausgestanden. 

Das Dilemma ist, ich komme gar nicht zu einem Arzt. Weder zum Hausarzt und erst recht nicht zum Pneumologen – ich schaff´s nicht. Und dann muss ich noch die Verlängerung der Haushaltshilfsleistungen beantragen … so manches überfordert mich nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv. Gestern habe ich in einem Beitrag z. B. Vordermann mit F geschrieben und habe es nicht gemerkt! Wenn ich mich angucke, überkommt mich ein Schauder – ich sehe aus, wie ein Gespenst. Tagsüber, wie ein geschminktes, aber immer wie eins, das nichts wirklich selber machen kann. Eben wollte ich die Waschmaschine ausräumen. Ich habe mich vor diese gekniet, hab die Tür aufgewuchtet und bin, wie ein Maikäfer, auf den Rücken gefallen. Und genauso hat es ausgesehen, das aufstehen. Erst mal Beine sortieren, ich dachte da wäre ein Knoten drin. Dann auf die Seite drehen, nach links – nein geht nicht, da tut auf einmal die Hüfte weh. Also rechts. Versuchen auf die Knie zu kommen und dann hangeln – nach der Waschmaschine. Festhalten. Aber halte dich mal fest mit Händen, die keine Kraft haben. Schwung holen, reicht nicht. Im Vierfüßlerstand bleibe ich aber sitzen und verschnaufe einen Moment. Noch mal an der Waschmaschine festhalten und Kraft mobilisieren und hopp in einem Rutscht aufstehen. Ihr könnt euch denken, dass ich einen weiteren Versuch die Waschmaschine auszuräumen nicht gewagt habe …

Kaffee schmeckt nicht. Eigentlich schmeckt mir gar nichts – noch nicht mal Schokolade und das feine Essen meines lieben Engels schmeckt auch alles irgendwie nach Pappe. Essen tu ich fleißig, muss ich – denn, wenn schon Gespenst, dann wenigstens eins, dass jeden Tag ein paar Gramm zulegt!

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

7 Gedanken zu „es ist, wie es ist“

  1. Ursula sagt:

    🙁

  2. Stephanie Jaeckel sagt:

    Du postest Deinen Beitrag um 7:50 und schreibst: “Eben wollte ich die Waschmaschine ausräumen” – jetzt mal im Ernst: Du kurierst eine Lungenentzündung aus und springst vor Acht schon durch den Haushalt. Ja. Ich weiß, kein Haushalt macht sich von allein. Aber wir haben eben auch eine Verantwortung für uns selbst, gerade wenn wir krank sind. Ich habe bei einer schweren Grippe, die ich fast sechs Monate auskurieren musste, immer vom Bett aus gedacht. Ich hatte keine Kinder, war aber mitten im Prüfungsstress. Also, das Bett war die Hauptstation von der ich tagsüber immer wieder Exkursionen in den Alltag gemacht habe: Immer nur eine Aufgabe, und dann erst mal zurück, mindestens eine halbe Stunde ruhen. Sich in den Komplett-Ausfall zu manövrieren, macht gar keinen Sinn. Haushaltshilfsleistung würde ich jetzt sowieso streichen und dann in Ruhe überlegen, was wichtig ist, was nicht, und die Reihenfolge der dringendsten Arbeitsschritte. Du kannst eine Waschmaschine auch in drei oder vier Anläufen ausräumen. Die läuft schon nicht weg. Ich wünsche Dir viel Kraft! Liebe Grüße Stephanie

    1. piri ulbrich sagt:

      Ja, ich weiß, ich verlange viel zu viel von mir. Aber ich war und bin ein Frühaufsteher. Jetzt liege ich auf dem Sofa und erhole mich vom frühstücken, denn auch das braucht eine Menge Kraft!

  3. Jutta sagt:

    bist Du eigentlich auf Corona getestet worden???
    Wenn nein, dann wäre es jetzt wohl an der Zeit
    Gute Genesung Dir

    1. piri ulbrich sagt:

      Mach mir keine Angst!

    2. Heike sagt:

      @Jutta
      Ja und dann? Wenn sie den Virus hätte, es gibt keine Behandlung oder Medikamente …

  4. gerda sagt:

    Die Erfahrung der Schwäche ist sehr unangenehm, ich weiß, wie es sich anfühlt, nicht mehr vom Boden hochzukommen und nach irgend etwas zu angeln, das einem vielleicht als Stütze dienen könnte. Ich habe, als es mir das erste Mal passierte, geweint, vermutlich, weil mein Selbstbild als autonome Person es nicht ertrug, mich so zu sehen. Seither bin ich vorsichtig geworden, passe auf, immer ein Hilfsmittel in erreichbarer Nähe zu haben. Denn was du jetzt erlebst, erlebt jeder alte Mensch. Alle Funktionen lassen nach, und das ist schwer auszuhalten. Aber es ist nun mal nicht anders. Für dich hoffe ich, dass du die Schwäche diesmal noch in den Griff bekommst, wenn du dich schonst. Also schone dich. Du musst dein Selbstbild an die neuen Gegebenheiten anpassen, es geht nicht anders. Und wenn du ein Wort falsch schreibst, weil du allzu müde bist, dann schreibst du es eben falsch, verdammt noch mal. Dich anstrengen – streng zu dir selbst sein – ist jetzt nicht für dich vorgesehen.

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