Behinderung, Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

der Tag beginnt

Manchmal wünschte ich mir, ich bräuchte nur ein Wort zu schreiben und genau der oder die Richtige würde es lesen und mich verstehen! Aber es wird nicht geschehen, weil dieses eine Wort einmal wieder sehr missverständlich ist und ich mich scheue, es auszusprechen – aus Scham, Rücksichtnahme, Unverständnis, Verzagtheit oder Zurückweisung – jedenfalls sage ich es nicht.

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Aufhebung

Sein Unglück
ausatmen können

tief ausatmen
so daß man wieder
einatmen kann

Und vielleicht auch sein Unglück
sagen können
in Worten
in wirklichen Worten
die zusammenhängen
und Sinn haben
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar
irgendwer sonst versteht
oder verstehen könnte

Und weinen können

Das wäre schon
fast wieder
Glück

Erich Fried

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

15 Gedanken zu „der Tag beginnt“

  1. mo sagt:

    Die zweite Seite liest sich sehr verzagt und Hilflosigkeit bleibt zurück. Wenn man doch nur helfen könnte!

    1. piri ulbrich sagt:

      Alles wird gut!

  2. freiedenkerin sagt:

    Ich kann’s auch nicht mehr hören und sehen. Ich informiere mich ein- oder zweimal täglich über die Neuigkeiten bezüglich Covid19, und ansonsten zappe ich das immer mehr ausufernde Corona-Dauergesülze weg, oder scrolle weiter.
    Ich hoffe, dass der Höllenlärm nicht allzu lange dauern wird.
    Habt trotzdem einen guten Tag!

    1. piri ulbrich sagt:

      So langsam ist der Lärm vorbei. Jetzt ist’s nur noch dreckig.

  3. isa sagt:

    Mit Erich Fried hast du zumindest dein Dilemma verständlich rübergebracht. Ich kenne dieses Ringen um Verständnis auch, und die Verzweiflung damit alleinbleiben zu müssen. Das ist sehr schmerzlich.

    1. piri ulbrich sagt:

      Erich Fried ist einer, der es sehr genau auf den Punkt brachte. Ich wünschte, ich könnte das auch!

  4. B sagt:

    Man muss einfach Geduld entwickeln. Es dauert halt…. man hat gerade einen Bluttest entwickelt, der voraussagen kann, ob die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt.
    Mich nervt die Ungeduld so vieler. Es hält sie niemand ab, ihr Leben weiterzuleben.in anderen Ländern hungern Menschen. Haben kein Zuhause mehr.

    1. piri ulbrich sagt:

      ach nee – das Leben wird stark eingeschränkt. Deines möglicherweise nicht, aber unseres ist sehr durcheinandergerüttelt.

      1. B sagt:

        Meines wird mehr als Deines eingeschränkt. Ich habe weder Kinder noch Enkel seit über einem halben Jahr gesehen und im Augenblick ist es wirklich von Nachteil, in einer Großstadt zu wohnen.

        1. piri ulbrich sagt:

          Kann man das, soll man Leben überhaupt vergleichen?

  5. Maksi sagt:

    Vielleicht hilft es dir ein klitzekleines bisschen, wenn ich dir sage, dass ich deine 2. Seite mehr als gut verstehen kann. Mir geht es ähnlich – sicher aus anderen Gründen – aber auch ich traue mich nicht wirklich, alles rauszulassen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Willkommen hier – vermutlich geht es vielen so. Aus unterschiedlichsten Gründen!

      1. Gerel Calow-Demerath sagt:

        Genau!!!

  6. Der Emil sagt:

    Manche können bestimmte Dinge nur am Wochenende tun. Ich bin immer froh, wenn wenigstens der Sonntag ein eher ruhiger Tag bleibt.

    Kannst Du dieses Wort der Person nicht auf einem nichtöffentlichen Kanal zukommen lassen?

    1. piri ulbrich sagt:

      Nein, ich kann es gar nicht. Weder öffentlich noch anders!

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