Kategorie: Junioren

Normalitäten

Bis hier wieder Normalität eintritt wird es noch ein bisschen dauern. Für die Junioren scheint jeder Tag, fauler Samstag zu sein. Sie trödeln im Bett herum und lassen sich ihr Trinken bringen und genießen ihr Faulsein. Und ich? Ich mache mir keinen Druck. Heute Nachmittag sind wir um halb zwei zum spazieren gehen verabredet. Das sind noch ungefähr drei Stunden und bis dahin habe ich die Bande längst angezogen und verköstigt.

Nebenbei ist mein Kopf leer. Nicht so leer, dass es mich stört – angenehm leer. Karl-Heinz unsere Spinne arbeitet fleißig. Meine Oma hat immer gesagt: „Wenn Spinnweben da sind, ist es ein gutes Raumklima!“ Das will ich mal glauben und im Moment auch nicht zerstören. Überhaupt wird putzen überbewertet. Vorlesen und miteinander spielen, quatschen, faul sein (da ist es wieder), singen (aber da meckert das Töchting, das darf ich nicht) ist viel wichtiger, als ernst sein und streiten. Alles zu seiner Zeit und es gibt ja nicht nur Blödsinn. Der Krieg in der Ukraine ist nicht weit. Carsten beharrt auf die täglichen Nachrichten und die Nachbesprechung dessen. Aber …

degradiert

Sehr lange Zeit ging es mir nicht gut.

– Oh verdammt, wie schreibe ich das jetzt, dass es nicht als allgemeiner Vorwurf gewertet wird? Und wie schreibe ich es einigermaßen anonym? –

Mir, beziehungsweise den Junioren sind Teilhabegelder zusammengestrichen worden. Auch deswegen, weil wir nicht genügend Helfer*innen haben. Ich war überfordert in den Verhandlungen und hatte, und habe noch, Angst vor einer bestimmten Person. Jetzt schreibt mich diese Person an, ob ich nicht einen Teil der rechtlichen Betreuung der Junioren in andere Hände geben möchte!

Auch jetzt während ich das hier schreibe zittern mir die Knie deswegen. Ich fühle mich bevormundet, fühle mich als nicht handlungsfähig angesehen und empfinde es als eine Übergriffigkeit sondergleichen. Tatsächlich fühle ich mich degradiert.

Ich weiß, dass ich nicht ewig so weitermachen kann, aber mein Wunsch ist es nicht die Entscheidungen aus der Hand zu geben, solange ich noch selbst agieren kann. Mein Wunsch ist, dass ich jemanden habe mit dem ich mich austauschen kann und der gegebenenfalls mit meinem Vertrauen handelt, wenn ich es nicht mehr kann!

Mir laufen die Tränen, ob dieser Bevormundung. Ich fühle mich gerade wieder sehr angstvoll und klein.

∙∙∙∙∙

18:09 Uhr – bevor ich eure Kommentare freischalte, möchte ich sagen, dass ich im Moment diese nicht beantworten kann. Eventuell punktuell später. Ich danke euch jetzt schon sehr für diese Kommentare!

Copyright © 2026 voller worte

Theme von Anders Norén↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.