Alltag, Behinderung, Junioren

Bangebüxen

Es ist Gewitter und es hat einmal kräftig gedonnert, die Junioren hocken unterm Tisch! „Mach die Türen zu!“ Steck den Fernseher aus.“ Wann hört das Getöse wieder auf?“

Drei Topfen fallen auf den Asphalt, verpuffen im Nirgendwo und es ist nullkommafünf Grad kälter geworden. Ein weiteres Donnerchen, das Töchting zuckt zusammen, sie macht eine rasante Kehrtwende und rausch ab in ihr Zimmer. Der Kerle schnappt sich sein Tablet, legt es sich auf die Waden und robbt – hast du nicht gesehen – in sein Zimmer. Beide Türen knallen!

Jetzt brauche ich sie nur noch bettfertig machen – ausziehen, kurz waschen, zudecken – dann ist auch dieser heiße Tag Geschichte …⚡️ 

Behinderung, Junioren

die erste Tasse Kaffee

… vor dem stressigen Tag! Wir fahren heute nach Tübingen in die Uniklinik. Es wird ein heißer Tag und hoffentlich ein aufschlussreicher! Ich hoffe sehr, dass eine adäquate Schmerztherapie für die Junioren gefunden wird, und ich bin gespannt, was die Humanmediziner zum Syndombild sagen.

Behinderung, Familie, Junioren, Kuddelmuddel

Selbst- und Fremdbeschäftigung

Entschuldigt meine nachlässigen Antworten. Auch bin ich gerade nur wenig in anderen Blogs unterwegs. Die Junioren brauchen meine volle Aufmerksamkeit. Diesen Beitrag schreibe ich mit unzähligen Unterbrechungen, weil ständig jemand nach mir ruft.

Der Kerle hockt im dunklen Zimmer auf seinem Bett und hört Musik, bei der ich mich ernsthaft frage: Sag mal, wie alt bist du eigentlich? Kindersommerliedergedöns, gepaart mit Uraltschlagern und Musik aus den 80ern. Nebenbei schaut er Grease und Saturday Night Fever. Mir kommt – entschuldigt – leichte Übelkeit auf. Damals mochte ich das schon nicht, und jetzt erst recht nicht wieder aufgewärmt. Er darf das natürlich hören, aber bitte in Zimmerlautstärke!

Das Töchting verteidigt ihren Bruder, mag die Musik aber ebenfalls nicht. Sie hört dafür ein Lied – in immer neuen Interpretationen. Immer wieder Peter Maffays Eiszeit. Wenigstens so leise, dass ich zwar komplett mitsingen könnte, aber nie genau weiß, wann sie wieder zur nächsten Version wechselt.

Beides nervt! Auch deshalb, weil ich nicht noch ein drittes Geräusch zu dieser Kakophonie beitragen möchte. Mich auf ein Buch zu konzentrieren, ist momentan schlicht unmöglich.

Da beide Herrschaften offenbar kein Durstgefühl haben, muss ich regelmäßig mal in das eine, mal in das andere Zimmer gehen und dem jeweiligen Persönchen jeden einzelnen Schluck förmlich in den Mund reden.

Ich würde jetzt so gerne ein kühles alkoholfreies Radler zischen – nur habe ich keins mehr!

Wenigstens muss ich keine fremden Menschen aus dem Haus vertreiben, wie ein befreundeter pflegender Angehöriger. Mir reichen meine zwei als Bevölkerung völlig aus. Die sind wenigstens real. Bei ihm sind die ungebetenen Gäste leider fiktive Gestalten. Und habt ihr schon einmal versucht, nicht anwesende nervige Figuren zu verscheuchen?