Behinderung, Familie, Gedankenchaos, Gedicht, Junioren

mal wieder die Flügel

Die Flügel sind gestutzt

Ich kann nicht mehr fliegen
Stürze ab und bleibe liegen

Damals, als die Zeit noch schön
Niemand hat sie so gesehn
Wie ich

Damals, als die Flügel länger waren
In den bunten jungen Jahren
War ich klein

Mit den großen schweren Zeiten
Und den begrenzten Möglichkeiten
Kam die Schere […]

© petra ulbrich

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16:34 Uhr – ich bin ja berühmt-berüchtigt für meine Nachträge. Aber wenn der Kerle krank im Bett liegt, dreht mein Gedankenkarussell erst recht seine Runden. Zwischen Sorge und Hilflosigkeit schleicht sich eine leise Zukunftsangst ein – dieses ungute Gefühl, dass wir so vieles planen können und doch nicht wissen, was das Leben für uns bereithält.

Behinderung, Junioren

eine Nacht

… aus der man drei machen kann. Der Kerle ist krank – richtig krank. Scheiße, Scheiße, Scheiße. Dabei wollten wir uns ein schönes Wochenende machen, mit Geburtstag feiern und einem schönen Besuch bei Freunden. Stattdessen werden wir wahrscheinlich irgendwann in irgendeiner Ambulanz sitzen!

Junioren

Liebe und Tränen

Der Kerle macht es einem verdammt leicht, ihn zu lieben. Carsten ist charmant, meistens gut gelaunt und kann sich für die verrücktesten Dinge begeistern. Auf der Hängebrücke zum Beispiel: Ein bisschen Wind, ordentlich Höhe – und der kleine Mann ist glücklich. „Diese Unendlichkeit der Wälder!“ Andere bekommen Höhenangst, Carsten bekommt Naturlyrik.

Ich stecke voller Liebe, wenn ich ihn in bestimmten Situationen beobachte. Doch manchmal kommen mir die Tränen. Zum Beispiel, wenn er sein Glas sucht, das direkt vor ihm auf dem Tisch steht. Oder wenn er auf seinem Teller verzweifelt nach dem Essen sucht, das für alle anderen  eindeutig zu sehen ist. Das tut weh. Ich weine oft heimlich.

Hinter all dem steckt ein Kerle, der unglaublich tapfer ist. Carsten lässt sich von seinem schlechten Sehen nicht ausbremsen. Er kompensiert, was er nicht sehen kann, er hört gut zu, nimmt Stimmungen wahr und bekommt mehr mit, als man denkt.

Er redet viel. Carsten kann reden – und meistens weiß er dabei auch noch erstaunlich gut Bescheid. Er verblüfft mit seinem Wissen, erzählt, erklärt, philosophiert. Ich liebe ihn, diesen charmanten, wissbegierigen, begeisterungsfähigen Kerle, der auf einer Hängebrücke die Unendlichkeit der Wälder entdeckt, während er eine Viertelstunde später sein Glas auf dem Tisch nicht findet.

Carsten eben.