Behinderung, Junioren, Kuddelmuddelgedankenkarussell

Du Mama

Immer wenn Carsten so anfängt, dann ist es wichtig. „Du Mama, warum kann man nicht diesen Putin selbst in den Krieg schicken? Das ist doch feige, was der macht!“ „Und warum schießen die auf Krankenhäuser? Das ist furchtbar. Wo sollen die Menschen denn operiert werden?“ Er fragt, fragt immer wieder dasselbe und ist dann sehr ruhig, fast still in sich gekehrt. Es ist, wie Kindern den Krieg erklären. Ich kann es nicht!

Behinderung, Gedanken, Junioren, Kuddelmuddel

Mischgefühle

Nein, zum Krieg will ich nichts schreiben! Viel zu aufwühlend. Angst habe ich keine, dass diese Eskalation zu uns rüberschwappt, sehr emotional bin ich. Immer wieder laufen mir Tränen und wenn Carsten fassungslos fragt, dann weiß ich oft keine Antwort für ihn, weil ich ja für mich selbst keine habe.

Dann ist dieses schöne Spaziergehwetter mit wärmender Sonne und ich vergesse für einen Moment die frierenden Menschen an der ukrainischen Grenze. Wir singen und freuen uns.

Dann kommt ein unerwarteter Anruf: der Proberaum der Band muss für Flüchtlinge geräumt werden. Ganz nah kommen sie. Sie sind nicht mehr weit weg. Ist es der Krieg auch nicht? Ein neuer Proberaum ist schon gefunden – vielleicht sogar besser, weil an einem Jugendzentrum angeschlossen. Allerdings noch weiter weg vom Dörfchen.

Aber die Flüchtlingskinder können ja noch nicht einmal zur Schule gehen und ich mache mir Gedanken ums Musik machen.

Alles relativ – und die Coronazahlen steigen auch wieder …

19:28 Uhr Nachtrag am Abend: sämtliche Technik im Haus macht das, was es will und das deckt sich nicht mit dem, was ich will! Die Junioren reden beide! Nicht miteinander. Eher gleichzeitig mit mir. Das Töchting in ihrem Zimmer, der Kerle auf dem Teppich und beide heute sehr undeutlich, fast schon nörgelig. Beide Tablet mucken – die Herrschaften hatten vergessen die Dinger aufzuladen.  Jetzt geht es nicht schnell genug und: „Mama kannst du das nicht beschleunigen?“

Behinderung, Familie, Gedanken, Junioren, Kuddelmuddelgedankenkarussell

Schere im Kopf

Es müsste leichter gehen, die Schere im Kopf einfach in die Ecke zu stellen. Oder noch viel besser, dies stumpfe Ding ganz einfach wegzuschmeißen!

Die Schere, die mich hindert fantasievoll zu sein, ist ein olles Ding. Aus welcher Ecke, meiner versteckten Kindheitserinnerungen ich sie wieder hervorgekramt habe, wüsste ich selbst sehr gerne – denn dann würde ich sie genau da wieder hinstecken, das Versteck fein säuberlich putzen und mit einem Totenkopf markieren… Leider scheint es nicht nur eine Baustelle zu geben und nicht nur eine Stimme, die sagt, dass das was ich vorhabe – nämlich zufrieden zu sein – zum scheitern verurteilt ist, weil mir nachgesagt wird, dass ich viel zu unzulänglich bin.

Der Geschwisterzwist nagt – wenn sie denn wenigstens mit mir kommunizieren würden? So komme ich mir vor, wie an einem seidenen Faden freischwebend, ohne Netz und doppelten Boden übern Abgrund zu hängen! Fehlt nur ein Windhauch oder ein Kitzeln und der Faden reißt!

Den Junioren gehts nach wie vor gut. … und Frühling lässt schon ab und zu sein blaues Band flattern!

Gedanken, Junioren

langsam gehen mir die Überschriften aus

Die Welt möchte dich so, wie du bist und nicht, wie du denkst, sein zu müssen.

Ich erfahre gerade sehr viele positive Rückmeldungen. Auch, und vielleicht sogar deswegen, weil ich mich nicht verbiege. Die wenigen Menschen um uns herum zeigen mir, dass sie mich und die Junioren mögen. Es tut gut! Weniger gut ist, dass meine Schmerzen von der angebrochenen Rippe kommend eher schlimmer, denn besser werden. Ausgebremst bin ich, ausgebremst habe ich mich selbst, indem ich blöderweise über einen kleinen Stein gestolpert und auf einer Getränkekiste gelandet bin. „Mama, das hättˋste auch lassen sollen!“ Weiß ich jetzt auch! 

Ich lese. Lese ein Buch mit einem Bandwurmtitel mit blauem Kleid und Fenster im Abendlicht. Der Roman gefällt mir. Dann lese ich vor. Nach wie vor Bücher von kleinen Hexen, aber auch welche von Detektiven und Onkel Einar. 

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Wiebke muss aufs Klo – das wird eine Herausforderung. Aber meistern werde ich auch das …